23 Jun

5G – Fortschritt oder Bedrohung?

Mobilfunkmast vor Alpenpanorama, von TobiWanKenobi, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=729297

Über, auf und unter der Erdoberfläche fleucht und kreucht es emsig, doch mit dem menschlichen Fortschritt mehren sich seit Jahren die Probleme für zahlreiche Insektenarten. Neben Flächenversiegelung, Monokulturen, Luft- und Lichtverschmutzung sowie dem großflächigen Einsatz von Pestiziden und anderen Giften tritt nun ein weiterer Aspekt in den Fokus: 5G, der zukünftige Mobilfunkstandard.

Um einen – von außen, also von unten und von oben betrachtet mit vielen Fragezeichen versehenen – Wohlstand für wohl einige wenige zu sichern, steuert die menschliche Spezies scheinbar ungebremst dem drohenden eigenen Untergang entgegen. Lediglich einige Randgruppen, im wesentlichen bestehend aus Umweltschützern, Wissenschaftlern und ambitionierten Nachwuchsdemonstrierenden, erheben in den Verursacherländern aktiv Einwände dagegen und hoffen, dass sich das apokalyptische Szenario noch irgendwie umkehren lässt. So könnten Betrachter von außen bewerten, was gerade auf unserer Erde passiert, und nicht nur diese.

Der vielzitierte Klimawandel mit Extremwetter, das sich in diesen Tagen auch bei uns wieder von seiner brandheißen Seite zeigt, bestimmt immer wieder die Schlagzeilen und das nicht nur weltumspannend in den gedruckten und digitalen Medien, sondern – so stellen wir uns dies vor – ebenfalls in den Krabbelstuben und Chaträumen der Sechsfüßer samt ihren Schicksalsgenossen in den bedrohten Ökosystemen.

Wirtschaft und Politik haben es offenbar geschafft, Mobilfunk als unverzichtbar für das Leben und Überleben der menschlichen Zivilisation zu etablieren. Nicht mobil verbunden zu sein besitzt heute den Status eines Eremitendaseins. In modernen Produktionsanlagen und Logistikzentren stehen die Systeme ohne Mobilfunk weitgehend still und in Zukunft sollen nach dem Willen der Entscheider noch mehr Bereiche per Mobilfunk gesteuert werden. Dazu wird allerdings ein leistungsfähigerer Standard benötigt: 5G, der die Übertragung von großen Datenpaketen quasi ohne Zeitverlust ermöglicht.

Im Gegensatz zum technikversessenen Menschen des 21. Jahrhunderts besitzen Insekten, allen voran die von der selbsternannten “Krone der Schöpfung” so wertgeschätzten Bienen und Hummeln, u.a. die Fähigkeit, sich mittels ihrer feinen Körperbehaarung über schwache elektrische Felder zu orientieren, möglicherweise auch zu kommunizieren. Auch Ameisen können z.B. laut Feldversuchen unter Bestrahlung aus hochfrequenten Mobilfunknetzen die Orientierung verlieren.

Mit ihren Fühlern und feinen Antennen sind winzige Tiere laut Warnern aus der Wissenschaft besonders anfällig für die Frequenzbereiche, in denen sich der Mobilfunk bewegt. Deshalb erscheint es nicht abwegig, dass neben den eingangs erwähnten Belastungen die Grundlage des menschlichen Fortschritts durch Überlagerung und Störung der natürlichen elektrischen Felder ebenfalls zum dramatischen Artensterben auf unserem Planeten beiträgt.

Der neue Mobilfunkstandard 5G, der in den vergangenen Wochen allein in Deutschland für mehrere Milliarden Euro versteigert wurde, dürfte die bereits vorhandenen Wirkungen und damit Belastungen für Tiere und Pflanzen weiter verstärken. Eine dieser Wirkungen besteht aus einer messbaren Erwärmung der Umgebung. Wenn auch nur in geringem Maße, ist das Ignorieren dieser Tatsache angesichts der Debatten um den Klimawandel möglicherweise ein fatales Signal.

Immer mehr Menschen geraten angesichts der gegenwärtigen Entwicklungen in einen Kreislauf aus Zukunftsängsten und Hilflosigkeit, was sich in verschiedenen Krankheitsbildern manifestiert. Der Mobilfunk ist zwar nur ein winziger Teil der Ursachen, doch könnte sich dies über den Umweg über einen weiteren Verlust der Artenvielfalt und intakter Ökosysteme als Riesenproblem herausstellen. Seriöse wissenschaftliche Langzeitstudien gibt es offensichtlich noch keine.

Sofern zudem heute Funklöcher als Erholungsräume für stressgeplagte Zwei- wie Sechsbeiner dienen, sollen diese in den kommenden Jahren in Deutschland restlos beseitigt sein. In Bezug auf Strahlung sensible Menschen geraten bereits beim Gedanken daran unter Stress. Insekten dürfte es nicht anders gehen.

Es ist nicht auszuschließen, dass hochfrequente Mobilfunkstrahlung bestimmte Arten sogar in ihrer Entwicklung unterstützt und stärkt. Wir als Muggergittermacher werden das Thema weiterhin aufmerksam beobachten – im Sinne des Insektenschutzes, in beiden Bedeutungen des Wortes.

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