13 Jul

Bekämpfung von Insekten – Teil 1: Biologische Waffen

Stechmücke in Aktion, VadimBorkin, depositphotos

„Insekten“ und „Plagegeister“ sind für viele Menschen Synonyme. Beim Schlürfen eines Cocktails in einer lauen Sommernacht denkt kaum ein Freiluft-Liebhaber an die Vorzüge von Stechmücken. Ebenso nicht, wenn das Kleingetier den Schlaf raubt. Einzig und alleine die Abwesenheit der Quälgeister ist der große Wunschtraum. Dabei führen viele Wege nach Rom. Oberbegriffe wie „biologische“, „natürliche“ und „chemische“ Bekämpfungsmethoden stehen im Raum. In diesem Artikel nehmen wir die „biologische Variante“ unter die Lupe.

Eine altbekannte Weisheit lautet: „Das Problem an der Wurzel anpacken.“ Übertragen auf „biologische Insektenbekämpfung“ sind das Problem die blutsaugenden Flugobjekte. Die Wurzel ist die Entstehung neuer Generationen. Die biologische Waffe kann gezielt eingesetzt werden. Sie hat nicht das Ziel, alle Insekten dieser Welt auszurotten. Vielmehr setzt der Mensch sie ein, um Populationen zu reduzieren oder auszulöschen.

Wie funktioniert der biologische Kampf gegen Insekten? Die Taktik ist weniger, den ausgewachsenen Lebewesen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Vielmehr sollen natürliche Feinde die Entwicklung von neuen Populationen verhindern. Die Ansiedlung von Fressfeinden dämmt die Ausweitung von neuen Insekten-Generationen deutlich ein. Das macht vor allem dort Sinn, wo sich die Blutsauger besonders wohlfühlen. Den optimalen Platz für die Fortpflanzung finden sie beispielsweise an Nassstellen. Andere Organismen haben diese Insektenlarven möglicherweise zum Fressen gerne. Deshalb steuert der Mensch die Verbreitung dieser „Helfer“ im Lebensraum der Insekten.

Diese Methode hat mit Ausflüssen aus dem Labor oder mit chemischen Waffen nichts am Hut. Vielmehr bedient sich der Mensch dem natürlichen Nahrungskreislauf der Tierwelt. Fressen und gefressen werden. So lautet der Alltag für die meisten freilebenden Tiere. Ein weiteres Beispiel ist die Anbringung von Nistkästen für insektenfressende Vögel. Auch diese Taktik wirkt bei der Eindämmung einer Insektenseuche Wunder.

Es gibt weitere Varianten, die zur „biologischen Insektenbekämpfung“ zählen. Diese widmen sich nicht dem Nachwuchs, sondern den erwachsenen Fliegern. Sogenannte „insektenpathogene Pilze“ sind ein Wunder der Natur. Die Sporen bleiben auf der Haut der Insekten haften und wachsen über einen Keimschlauch ins Innere. Nach einigen Wochen stirbt das Insekt. Zudem bilden sich Millionen von neuen Sporen auf der Oberfläche des Kadavers. Die könnten wiederum auf andere Insekten übertragen werden. Ein effektiver Kreislauf.

Gefahren kennt die „biologische Insektenbekämpfung“ allerdings auch. Denn die Spezies des Fressfeindes sollte gut überlegt sein. Beispielsweise könnte die unkontrollierte Verbreitung von eigentlichen Helfern zu ökologischen und ökonomischen Schäden führen. So erzielte die Niederlassung der Aga-Kröte in Australien nicht das gewünschte Ergebnis. Ganz im Gegenteil: Sie entwickelte sich selbst zur Plage und war kaum mehr in den Griff zu bekommen. Aber auch die Aussetzung in einem artfremden Lebensraum würde schlimme Folgen haben und wäre ökologisch bedenklich. Deshalb beugt Weitsicht einem bösen Erwachen vor.

Eines ist trotz der vorgehenden Überlegungen klar: Die vollständige Ausrottung aller Insektenvölker ist weder möglich noch gewünscht. Deshalb ist der Schutz des Wohnraums mit Muggergittern alternativlos.

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