06 Feb

Das Insekt des Jahres 2013 – Die „Gebänderte Flussköcherfliege“

Von James Lindsey at Ecology of Commanster, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1682040

Dem „Otto-Normalverbraucher“ dürfte der Name „Gebänderte Flussköcherfliege“ kaum etwas sagen. Dabei war das Insekt der große Gewinner im Jahre 2013. Zudem lebt das Geschöpf direkt vor unserer Haustüre. Gründe genug, um das „nah ans Wasser gebaute“ Tierchen näher vorzustellen. 

Das höchste Vorkommen der „Flussköcherfliege“ ist in Mitteleuropa. Kurioserweise mit Ausnahme der „grünen Insel“. Nach Irland traute sich die Spezies noch nicht vor. Wie der Name schon verrät, sind die Kleingetiere „nah ans Wasser gebaut“. Die Weibchen bevorzugen als Ablageort ihrer Eier Ritzen von Holz oder Freiräume zwischen Steinen. Die geschlüpften Larven leben folgerichtig in Stein- bzw. Geröllansammlungen inmitten schnell fließender Bäche. Dabei spielt die Unterscheidung zwischen Flachland und Gebirge eine geringe Rolle. Die absolute Lieblingsheimat ist allerdings das Mittelgebirge. Vor allem fühlt sich das Insekt des Jahres 2013 nämlich in sauberen Wasserläufen pudelwohl. Die kommen in höheren Lagen häufiger vor.

Mutter Natur hat ihr komplettes Füllhorn an Genialität bei der „Gebänderten Flussköcherfliege“ ausgeschüttet. Zunächst finden die Larven in ihrem direkten Lebensraum die notwendige Nahrung. Wasserinsekten stehen auf dem täglichen Speiseplan und die kräftigen Analfüße verhindern ein Abrutschen aufgrund der Strömung. Zudem spinnen die Larven aus einer Spinndrüse einen Sicherheitsfaden. Diesen befestigen sie auf großen Steinen, eine Rückversicherung par excellence. Für die Verpuppung im Frühjahr bedient sich die Larve im Vorfeld ihrer gesamten Architekturfähigkeiten. Die systematische Vorgehensweise des kleinen Geschöpfes kommt wirklich einem Wunder der Natur gleich. Kleine Steinchen setzt die Köcherfliege zu einer festen Kuppel auf einem großen Stein zusammen. Darin spinnt die Larve einen braunen Kokon und verpuppt sich. Die „Puppenruhe“ umfasst etwa zwei Wochen. Durch die abgestoßenen Pheromone der Weibchen findet das Männchen seine potenziellen Geschlechtspartnerinnen.

„Die Gebänderte Flussköcherfliege“ verfügt über eine Flügelspannweite von fast 30 Millimetern. Klingt nicht viel, aber im Verhältnis zum 10 Millimeter langen Körper durchaus ein erstaunliches Verhältnis. Der Korpus ist gelb-braun bis gelb-grau gefärbt. Die Flügel sind mit einem grau-braunen Gitternetz überstreift. Während der Ruhephase legt das Insekt seine Flügel am Körper an. Drei schräge dunkle Querbinden sind ebenfalls auf den Tragflächen ausgebildet.

Das Kuratorium wählte die „Gebänderte Flussköcherfliege“ zum Insekt des Jahres 2013 stellvertretend für alle mitteleuropäischen Köcherfliegen. Etwa 300 Arten kommen in Europa vor, weltweit sage und schreibe 13.000. Für die Jury Grund genug, um die Spezies mit der Auszeichnung mal ins Rampenlicht zu stellen. Achtung, Verwechslungsgefahr! Die Tierchen ähneln in der Natur Mücken. Allerdings verhalten sie sich viel friedlicher. Sie stechen und beißen nämlich nicht. Somit werden sie in ihrem etwa ein Jahr langen Leben Menschen nicht gefährlich.

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