22 Mrz

Das Insekt des Jahres 2014 – Die Goldschildfliege

Eine nur ein Zentimeter lange Fliege überzeugte die Jury, welche das Geschöpf zum Insekt des Jahres 2014 kürte. Schon innerhalb der eigenen Artengruppe musste sich das Lebewesen gegenüber harter Konkurrenz durchsetzen. Mit 10.000 verschiedenen Spezies sind Fliegen nämlich die vielfältigste Artengruppe überhaupt. Was hat die Goldschildfliege, was andere Brummer nicht haben?

Eine schillernde Figur abgeben. Jeder kennt diese Redewendung. Bezogen auf die Goldschildfliege betrifft das allerdings nur die Männchen. Sie präsentieren sich fast in allen Körperregionen farbenfroh. Rote Augen, orangene Flügel und ein goldgelber Rücken sind nur einige auffällige Merkmale. Die Weibchen verfügen dagegen über durchsichtige Flügel und einen dunkelbraunen bis schwarzen Rumpf. Damit geben die „Damen“ im Vergleich zum starken Geschlecht eine weniger glamouröse Figur ab. Vielleicht ein Unterschied zum Menschen? Die roten Komplexaugen liegen beim Männchen weiter auseinander als bei den Weibchen. Einen hundertprozentigen Beweis für das Geschlecht findet der Biologe nur unter dem Mikroskop. Entscheidend ist nämlich, dass bei den femininen Spezies das Ende des Abdomens zu einem spitzen Legebohrer ausgebildet ist.

Die Spannweite der Flügel ist im Flug doppelt so groß wie die eigene Körperlänge. Deshalb sind die Flugobjekte gut erkennbar. Von Mai bis Oktober entwickeln sie zwei Generationen, allerdings leben die Geschöpfe nur wenige Wochen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit gering, derselben Fliege mehrmals zu begegnen. Der Ursprung liegt in der Eiablage in Wanzen. Hier geht der Geburtsvorgang über die Bühne. Ebenso dient der Wirt als willkommene Möglichkeit der Überwinterung für die Larven. Somit stellen die Graue Gartenwanze, die Lederwanze, die Grüne Stinkwanze und die Wacholder-Randwanze lebensnotwendige Behausungen. Ein Happyend haben die Wirtstiere allerdings trotz ihrer Hilfsbereitschaft nicht zu erwarten. Die Larven der Goldschildfliege ernähren sich zunächst von den Körperflüssigkeiten und Fettzellen. Im weiteren Verlauf bedienen sie sich der inneren Organe und das führt zwangsläufig zum Tod der Wirtstiere.

In unseren Breitengraden ist das Vorkommen der Goldschildfliegen überschaubar. Vielmehr fühlen sie sich in Südeuropa heimischer. Das schreckt die Kleintiere dennoch nicht von Regionen Polens, des Fernen Ostens Russlands oder sogar Nordostchina ab. Insbesondere in Waldgebieten und deren Peripherien sind die Lebewesen vor allem im Herbst aktiv. Zur Nektaraufnahme zählen Halbtrockenrasen für die Geschöpfe zu beliebten Ausflugszielen.

Kuratoriumssprecher Wohlert Wohlers vom Julius-Kühn-Institut in Braunschweig präsentiert Gründe für die Wahl der Goldschildfliege zum Insekt des Jahres 2014. Neben der schillernden Farbenvielfalt gehört diese Art eher zu den seltenen Tieren. Genau diese zwei Parameter sind der zehnköpfigen Jury aus Insektenexperten und Naturschützern besonders wichtig. „Der Ruf derartiger Insekten ist nicht besonders gut, das wollen wir ändern“, verriet Wohlers.

Foto oben: Von W. Popken – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31668895

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