28 Jun

Der Award für Krabbeltiere: Eine Videoreise durch die „Insekten des Jahres“ von 1999 bis 2017 – Das Jahr 2004

Hainschwebfliege auf Königskerze (Episyrphus balteatus sitting on a Verbascum, found in Vienna). Foto: Haeferl, Wikimedia Commons

Alle Jahre wieder wird es gekürt – das Insekt des Jahres. Im Jahr 2004 wurde einem wahren Nachahmungskünstler diese Auszeichnung verliehen: Der Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus). Dieses Fluginsekt, auch bekannt als Wander- oder Winterschwebfliege, gehört zur Familie der Schwebfliegen und fällt dadurch auf, dass es in seinem Aussehen der Wespe ähnelt und so nicht selten mit dem unangenehmen Mimikry[1]-Partner verwechselt wird. Die Angst, die sich daraus vor ihm ergibt, ist aber völlig unbegründet: Die Schwebfliege lebt ausschließlich von Nektar und Pollen und ist unter Gärtnern besonders geschätzt, da sie als Larve bis zu ihrer Verpuppung mehrere Hundert Blattläuse vertilgt.

Aussehen

Die Hainschwebfliege ist mit einer Körperlänge von sieben bis zwölf Millimetern nicht besonders groß. Sie hat einen langgestreckten, schlanken Körper, der, ähnlich dem Körper eine Wespe, mit gelben, hellgrauen und schwarzen Längslinien versehen ist. Der Hinterleib erinnert mit seiner Zeichnung an einen Schnurrbart, dadurch ist die Hainschwebfliege gut von anderen Schwebfliegenarten zu unterscheiden. Das Gesicht und die Beine sind gelb. Ausschließlich das Weibchen besitzt Facettenaugen, die schmal voneinander getrennt sind, beim Männchen stoßen die Augen an der Stirn zusammen.

Vorkommen

Die Heimat der Hainschwebfliege befindet sich in Europa, Asien und Nordamerika. In Mitteleuropa zählt sie zu den verbreitetsten Schwebfliegenarten, da sie sich in vielen verschiedenen Lebensräumen, beispielsweise Hainen oder anderen Saumgesellschaften, wohlfühlt. Die Flugzeit ist von März bis Oktober. Im Winter fliegen die meisten Tiere über die Alpen oder die Pyrenäen in den Süden. Da begattete Weibchen in milden Wintern aber überwintern können, kann man bei uns an warmen Wintertagen trotzdem das eine oder andere Exemplar umherfliegen sehen.

Fortpflanzung

Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier einzeln oder in kleiner Zahl direkt zwischen Blattlauskolonien ab. Insgesamt werden mehrere hundert Eier abgelegt. Nach zwei bis drei Tagen schlüpfen die Larven aus der Eihülle und beginnen dann sofort, Blattläuse anzustechen und auszusaugen. Sie wachsen sehr schnell und häuten sich innerhalb ihres Wachstumszeitraums zweimal. Im dritten und letzten Larvenstadium sind sie in der Lage, etwa 60 bis 80 Blattläuse zu fressen. Aus der Haut dieses Larvenstadiums wird die Puppenhülle gebildet, im Innern erfolgt die Umwandlung zur fertigen Schwebfliege. Nach einigen Tagen schlüpft schließlich das erwachsene Insekt,  putzt sich und entfaltet seine Flügel, die sich nach wenigen Stunden erhärten.

Ernährung und Lebensweise

Die Hainschwebfliege ist ein aktiver Blütenbesucher und aus diesem Grund auf nahezu allen Blumen zu finden. Sie saugt den Blütennektar als Energiespender und frisst Pollen zur Ei-Produktion. Bis zu 10 Tiere teilen sich oftmals eine eigene Dolde. Die Larven des Insekts ernähren sich von Blattläusen und – gerade im Fall einer Knappheit – oftmals auch von Blattwespenlarven.

[1] die Anpassung wehrloser Tiere an die Farbe oder Gestalt gefürchteter, wehrhafter Tiere

Beobachten Sie im Video von Chrigu wälti den Mimikry-Künstler aus der Nähe: Film ab für die Hainschwebfliege!

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