20 Aug

Der Award für Krabbeltiere: Eine Videoreise durch die „Insekten des Jahres“ von 1999 bis 2017 – Das Jahr 2005 – Teil 1

Bombus lapidarius, Deutsch: Steinhummel. Foto: ray_eye, Wikimedia Commons

Das Insekt des Jahres 2005 ist die Steinhummel (Bombus lapidarius), die derzeit in der Natur häufiger anzutreffen ist. Die Wahl zum Insekt des Jahres erfolgte nicht zufällig: Durch diese Auszeichnung soll auf die rund 30 einheimischen Hummelarten aufmerksam gemacht werden, die beim Bestäuben von Nutz- und Wildpflanzen enorme Arbeit leisten und aus diesem Grund besonders schützenswert sind. Außerdem soll mit einem Vorurteil aufgeräumt werden: Auch wenn die Hummel einen Stachel hat, so ist sie doch ein äußerst friedfertiges und stechfaules Tier, das seine Waffe nur im äußersten Notfall einsetzt.

Wie sieht die Steinhummel aus?

Die Steinhummel gehört zur Art der Hummeln und zur Insektenordnung der Hautflügler, die immer zwei Paar Flügel besitzen. Andere Vertreter dieser Ordnung sind beispielsweise Bienen oder Wespen. Ihre vorherrschende Körperfarbe ist samtschwarz, nur an den letzten Segmenten des Hinterleibs besitzen sie dunkelrote Haare, die bei älteren Exemplaren oftmals ausbleichen in einen Hellrot- bis Orangeton. Die Männchen, auch Drohnen genannt, sehen aus wie Königinnen, sind aber an der gelblichen Querbinde auf der Brust und den hellen Haaren auf dem Kopf trotzdem gut von den Weibchen zu unterscheiden. Die Älteren unter den Königinnen sowie ihren Arbeiterinnen erkennt man oftmals an der Haarabnutzung.  Je nach ihrer Art tritt die Steinhummel in verschiedenen Größen auf: Die Königin ist mit einer Körperlänge von etwa 22 bis 26 mm und einer Flügelspannweite von 37 bis 40 mm die Größte. Etwas kleiner ist die Arbeiterin mit einer Körperlänge von etwa 12 bis 16 mm und einer Flügelspannweite von ca. 24 bis 30 mm. Ungefähr gleich groß ist die männliche Drohne, die eine Körperlänge von 14 bis 16 mm und eine Flügelspannweite von ca. 27 bis 30 mm aufweist.

Wo kann ich die Steinhummel antreffen?

Die Steinhummel ist recht weit verbreitet und vom Flachland bis zu einer Höhe bis ca. 1300 m überall beheimatet. Ob am Waldrand, in Wiesen, Gebüschen oder Straßenrändern – wo auch immer sie einen Platz für ihr Nest und Nahrungspflanzen findet, fühlt sie sich zu Hause. Besonders beliebt sind aber Obstplantagen und Gärten oder Parks mit einer großen Artenvielfalt an Pflanzen, da sich das Insekt ausschließlich von Nektar und Pollen ernährt.

Hat die Hummel ihren bevorzugten Ort gefunden, nistet sie sich sowohl ober- als auch unterirdisch in Hohlräumen ein. So bewohnt sie Vogelnester, Vogelnistkästen, Mauer- oder Felsspalten, aber auch Steinhaufen, Holzstöße, Strohballen oder Dachböden mit Isolierwolle sind ihr höchst willkommen. Wer den Hummeln etwas Gutes tun möchte, der stellt ihnen Hummelnistkästen zur Verfügung. Diese werden nur zu gerne angenommen.

Wie entwickelt sich die Steinhummel? 

Nach dem Anlegen des Nests übernimmt die Königin, die sich vorher mit dem Nektar von Frühlingsblühern gestärkt hat,  den Bau von Brutzellen. Anschließend legt sie ihre bereits im Vorjahr befruchteten Eier und füttert die Larven. Sind die Tierchen herangewachsen, übernehmen die Arbeiterinnen den Nestbau und die Brutpflege. Die Königin verlässt den Bau aber trotzdem nicht mehr. So vergrößert sich der Staat auf etwa 600 Exemplare. Bevor der Winter einbricht, sterben die alte Königin, ihre Arbeiterinnen und die Männchen. Die befruchteten zukünftigen Königinnen verkriechen sich im Boden oder an anderen geschützten Stellen und überwintern dort bis zum Frühling.

Den Nestbau der Steinhummel und die Entwicklungen danach zeigen wir Ihnen im Video von Acul 532. Er verfolgte das Leben der Hummeln im Verlauf eines Jahres und dokumentierte eindrucksvoll das Leben im Nest. Film ab!

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