05 Sep

Der Award für Krabbeltiere: Eine Videoreise durch die „Insekten des Jahres“ von 1999 bis 2017 – Das Jahr 2005 – Teil 2

Steinhummel (Bombus lapidarius). Foto: Peter Makholm, Wikimedia Commons

Das Insekt des Jahres 2005 ist die Steinhummel. Nachdem wir uns im 1. Teil bereits mit ihrem Aussehen, Vorkommen und ihrer Entwicklung beschäftigt haben, gehen wir heute noch etwas weiter ins Detail. Außerdem geben wir Tipps, wie Sie Hummeln helfen können zu überleben und was zu tun ist, wenn Sie einer gestrandeten Hummel begegnen.

Wann fliegen Steinhummeln?

Die Königinnen sind die ersten Hummeln des Jahres, die man sieht. Sie fliegen etwa ab Mitte/Ende März bis Anfang Mai. Nach ihnen kommen die Arbeiterinnen, die man etwa von Anfang/Ende April bis ca. Ende August/Mitte September sehen kann. Von Ende Juni an kommen außerdem die Drohnen dazu, die ebenfalls bis Mitte September unterwegs sind.

Was sollte ich darüber hinaus über Steinhummeln wissen?

Die Steinhummel ist für den Menschen und seine Umwelt, aber auch für die Tierwelt ein äußerst nützlicher Mitbewohner, ohne den es viele Früchte, die wir für selbstverständlich erachten, gar nicht geben würde. Aus diesem Grund gilt es, sie besonders zu schützen und ihr, wo immer es möglich ist, eine Gelegenheit zum Überleben zu bieten. Denn von Jahr zu Jahr wird es schwieriger für das Insekt. Durch den Rückgang der Biotope, den Einsatz von Insektiziden und die sich verändernden Klimabedingungen  verschlechtern sich seine Chancen zusehends. So kommt es leider nicht selten vor, dass man völlig entkräftete oder gar tote Tiere findet. Es sollte daher jedem Einzelnen von uns ein Anliegen sein, etwas für die Hummeln und damit für die Umwelt zu tun.

Wie kann ich den Hummeln helfen?  

Helfen kann man leicht: Durch das Aufstellen von Hummelnistkästen, das Anlegen eines kleinen Biotops oder das Verzichten auf Giftstoffe im Garten und auf dem Balkon kann jeder seinen Anteil zum Überleben der Hummeln beitragen. Auch das Aufstellen von Pflanzen ist eine große Hilfe, die jeder auf noch so kleinem Raum leisten kann. Je wilder die Pflanzenarten sind, desto wohler fühlen sich die Hummeln. Außerdem sollte Obst und Gemüse von regionalen Erzeugern gekauft werden, denn auch die hohe Luftbelastung, die mit langen Transportwegen einhergeht, schadet den Tierchen sehr.

 Was kann ich tun, wenn mir eine entkräftete Hummel begegnet?

Gerade im Frühling und im Sommer begegnet man immer wieder entkräfteten und vollkommen ausgezehrten Hummelexemplaren. Diesen kann man helfen, indem man sie aufsammelt und zu Hause wieder aufpäppelt. Dazu ist nur wenig Zubehör nötig: Ein halber Teelöffel haushaltsüblicher Zucker (kein Gelierzucker!) und Wasser genügen, um die Hummel wieder zu stärken. Man löst den Zucker in lauwarmem Wasser auf und bietet das Gemisch der Hummel an. Dies kann man entweder direkt mit dem Löffel tun, oder man platziert einen Tropfen neben dem Tier mittels einer Pipette. Wichtig ist nur, dass die Hummel in dem Gefäß nicht ertrinken kann. Wartet man dann eine gewisse Zeit, kann man sogar beobachten, wie der lange Saugrüssel ausfährt und die Hummel trinkt. Meistens genügt diese kleine Starthilfe, um das Tierchen  wieder so weit zu kräftigen, dass es draußen überleben kann.

Hummeln sind übrigens äußerst friedliche Tiere, die man bedenkenlos auf die Hand nehmen kann, wenn man sie findet.

Wer selbst Initiative für die freundlichen Insekten ergreifen will, bekommt im Video von kleigafo eine Anleitung, die zeigt, wie man mit einfachsten Mitteln selbst eine Hummelbehausung bauen kann.

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