15 Okt

Der Award für Krabbeltiere: Insekt des Jahres 2009 – Die gemeine Blutzikade

Die gemeine Blutzikade ist Insekt des Jahres 2009

Wer oder was ist die gemeine Blutzikade? Diese Frage könnte bei „Wer wird Millionär?“ im deutlich sechsstelligen Bereich angesiedelt sein. Wohl dem, der einen Biologen kennt und dem der Telefonjoker noch zur Verfügung steht. Es handelt sich nämlich um ein Tier. Genauer ausgedrückt um das Insekt des Jahres 2009. Doch was für ein Kleingetier versteckt sich detailliert hinter dem Namen?

Namensherkunft
Cercopis vulnerata lautet der zoologische Begriff. Der Volksmund gab der Zirkadenart den Namen „Gemeine Blutzikade“. Aus dem Begriff sollte ein Kandidat bei Günther Jauch allerdings nicht zu viel ableiten, ansonsten könnte er mit leeren Händen das Studio verlassen. Mit Blutsaugern oder Ähnlichem haben Blutzikaden nämlich nichts am Hut. Vielmehr ernähren sie sich ausschließlich von Pflanzensäften und tun keinem anderen Lebewesen etwas zuleide.

Aussehen und Schutzfunktionen
Neun bis elf Millimeter umfasst die Körpergröße der Blutzikade. Am Kopf verfügt sie über kurze, aber feine Antennen. Dem zirpenden Tier geht es hauptsächlich um seinen Selbstschutz vor natürlichen Feinden. Hierfür ließ sich die Natur etwas Besonderes einfallen. Ihre dachförmigen schwarzen Flügel zieren markante rote große Punkte. Diese sollen potenziellen Fressfeinden den Appetit vermiesen, da die Tupfer ein giftiges Tier vortäuschen. Wenn Gefahr im Anflug ist, hat die Blutzikade allerdings noch mehr zu bieten. Sie scheidet aus den Fußspitzen ein übel riechendes Sekret aus. Damit gibt sie den Jägern den Rest und die verlieren ihren letzten Appetit. Sollte dennoch Gefahr im Verzug sein, so verfügt die Zikade über eine besondere Fortbewegung. Das Insekt des Jahres 2009 ist ein außergewöhnlich guter Springer und entzieht sich auf diese Weise Gefahrensituationen. Für ihre Larven hat sich die Blutzikade ebenfalls einen ganz besonderen Trick einfallen lassen. Diese umgibt ein klebriger Schaum. Er schützt sie sowohl vor Feinden als auch vor Austrocknung.

Vorkommen
Anfang Mai bis Juli sind die Lebewesen in der Natur anzutreffen. Sie haben sich mittlerweile bis zum Nord-Ostsee-Kanal ausgebreitet. Dieser gleicht offensichtlich einem natürlichen Hindernis, denn durch die schlechte Flugfähigkeit sind der Blutzikade hier im wahrsten Sinne des Wortes Grenzen gesetzt. Die Höhe liebt sie allerdings auch. In bis zu 1.500 Metern fühlt sie sich wohl, insbesondere im Norden Mitteleuropas. Wiesen, Weiden, Grabenränder oder lichte Wälder gehören zu ihrem Lebensraum. Zu ihren Wirtspflanzen zählen Glatthafer, Brennnesseln und Lupinen.

Fortpflanzung
Zum Balztanz gehört das bekannte zirpende Geräusch. Auch die Blutzikade verfügt über ein Organ, das sog. Tymbal. Dieses liegt an beiden Seiten der Basis des Hinterleibrings. Das menschliche Gehör kann die Frequenz allerdings nicht auflösen. Manchmal werden die Weibchen mit Vorderflügeln betrillert. Der Fortpflanzungsakt kann bis zu fünf Stunden andauern. Das Weibchen legt die Eier bei einer Wirtspflanze oder in Bodennähe, vorzugsweise in Bodenspalten ab. Daraus schlüpft die Larve.

Foto von dasWebweib from Vorpommern, Deutschland (Blutzikade) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

 

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