07 Nov

Der Award für Krabbeltiere: Insekt des Jahres 2010 – Der Ameisenlöwe

Ameisenlöwe; von Amada44-,CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44046913

Ameisen und Löwen kennt jedes Kind. Unter „Ameisenlöwen“ können sich die meisten „Hobby-Biologen“ jedoch eher weniger vorstellen. Allerdings verschafften die zwei bekannten Tiere dem „Ameisenlöwen“ durchaus seinen Namen. Aus welchen Gründen entstand also die Wortneuschöpfung? Und warum spart sich das Insekt das Toilettenpapier?

In der Höhle des Löwen. Dieser Satz ist eine bekannte Redewendung. Er bedeutet im übertragenen Sinn, dass jemand einem anderen in dessen Territorium ausgeliefert ist. Löwe steht zudem für „Macht“, „Kraft“ und „Gefahr“. Der Ameisenlöwe ist mit seinen etwa 1,5 Zentimetern Körperlänge ungleich kleiner als der König der Steppe. Allerdings sieht das Verhältnis zu seiner Beute anders aus. Zudem ähneln Charakterzüge denen eines Löwen. Das Insekt des Jahres 2010 lockt seine „Tiernahrung“ durch einen Trick in seine „Höhle“. Es baut Trichter in sandigen Boden. Diese bedeuten für die Beute des Ameisenlöwen eine Einbahnstraße. Reinkommen kein Problem, herauskommen ein Ding der Unmöglichkeit. Die Erklärung des zweiten Namens ist um ein Vielfaches leichter. Auf dem Hauptspeiseplan stehen nämlich Ameisen. Daraus ergibt sich der Name „Ameisenlöwe“. Die ausgefeilte Beutestrategie verschaffte dem Krabbeltier den Award des Jahres 2010.

Der Ameisenlöwe nutzt die missliche Lage seiner Opfer aus und spritzt mittels seiner großen Kieferzangen lähmendes Gift. Anschließend verabreicht die Larve der “Ameisenjungfer” ihrer Beute noch ein Verdauungssekret, um sie später vollständig aussaugen zu können. Etwa zwei Jahre geht der Ameisenlöwe unter diesem Namen auf  Ameisen-Jagd. Im Anschluss verwandelt sich die Larve in ein erwachsenes Tier. Dieses ähnelt einer Libelle und wird ab diesem Zeitpunkt als „Ameisenjungfer“ bezeichnet. Für die Mutation ist eine zweimalige Häutung erforderlich. Zusätzlich spinnt sich die Larve in einen Kokon und verpuppt sich. Daraus schlüpft in der Sommerzeit das Insekt.

Wie bei den meisten Tierarten passt sich auch der Ameisenlöwe farblich seiner Umwelt an. Durch seine Vorliebe zu sandigem Boden nimmt er vorwiegend eine graue oder braune Grundfärbung an. Die mächtigen Kieferzangen entsprechen etwa der Länge des übrigen Kopfes. Optimal für ein „Mordwerkzeug“ sind sie vorne zueinander gebogen. Innerhalb des Unterkiefers verläuft der Giftkanal, zwischen Ober- und Unterkiefer der Saugkanal. Ideale Anordnungen von Mutter Natur. Die Augen liegen auf Augenhügeln. Drei Beinpaare verhelfen dem länglichen Thorax zur nötigen Beweglichkeit und Fortbewegung.

Ameisenlöwen sparen sich Toilettenpapier und weitgehend den Klogang. Auch hier traf Mutter Natur die richtigen Entscheidungen. Die Larve verdaut ihre Nahrung nämlich so gut wie rückstandslos. Das hat in Hinblick auf ihren trocken-heißen und sandigen Lebensraum positive Auswirkungen. Erstens gerät kein Sand ins Innere des Körpers. Zweitens wird der Gefahr des Flüssigkeitsverlustes im wahrsten Sinne des Wortes der Riegel vorgeschoben. Die Augen spielen bei den Sinnesorganen nur eine untergeordnete Rolle. Eine größere Bedeutung genießen verschiedene Borstenarten auf der Körperoberfläche. Sie dienen dem Aufspüren von Beute sowie dem Halt im lockeren Sand. Ebenso unterstützen sie die Grabarbeiten für die „Trichter des Todes“.

 

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