27 Jul

Die Kriebelmücken-Zeit hat begonnen – Wissenswertes über den Blutsauger

Black fly (Kriebelmücke). Foto: US Department of Agriculture, The Diptera Site, Content by F. Christian Thompson, Wikimedia Commons

Der Sommer ist da – und damit auch die Kriebelmücken, unangenehme Zeitgenossen, die nur eines im Sinn haben: Blut saugen. Um das zu kriegen, gehen die Mücken ziemlich gnadenlos vor: Im Gegensatz zu vielen anderen Insekten stechen sie den Wirt nicht, sondern sie beißen ihn. Das Resultat sind schmerzhafte Schwellungen, die mit Infektionen bis hin zur Blutvergiftung einhergehen können.

Die Kriebelmücke ist ein äußerst tückisches Insekt: Einerseits sieht sie ziemlich harmlos aus, andererseits ist sie sehr aggressiv und wird aufgrund ihrer geringen Größe oftmals unterschätzt. Sie ist weltweit verbreitet und überträgt verschiedene Krankheiten, die, je nach der Region, in der sie sich aufhält, mehr oder weniger gefährlich sind.

Wie erkenne ich die Kriebelmücke?

Die Kriebelmücke ist ein Zweiflügler und gehört zur Familie der Mücken. Mehr als 2000 Arten gibt es weltweit, in Deutschland kennt man etwa 50 davon. Man erkennt die Kriebelmücke an ihrer geringen Größe – die meisten Exemplare sind nur zwischen zwei und sechs Millimeter groß – und ihrer Ähnlichkeit zur Fliege. Sie ist rötlich-gelb bis schwarz gefärbt, wobei man hellere Färbungen eher den Weibchen zuschreibt. Sieht man sie von der Seite an, wirkt sie etwas buckelig und gedrungen.

Wovon ernährt sich die Kriebelmücke?

Kriebelmücken sind Nektarsauger und fliegen bevorzugt Pflanzen an, die eine Saftdrüse besitzen, beispielsweise Malven, Krokusse oder verschiedene Hahnenfußgewächse. Ausschließlich die Weibchen sind Blutsauger und ernähren sich zusätzlich von Blut, das sie aus Vögeln oder Säugetieren – darunter fallen auch die Menschen – absaugen.

Sie bevorzugen dabei Wild- oder Weidetiere als Wirt, denn diese sind groß und bieten viel Angriffsfläche zum Blutsaugen. Außerdem wehren sie sich kaum. Ist aber kein Tier in den Nähe, beißt die Kriebelmücke auch Menschen. Und dann wird es unangenehm.

Wie merke ich, dass ich  gebissen wurde?

Meistens beißt die Kriebelmücke in Körperstellen, die nur mit einer dünnen Hautschicht überzogen sind. Zunächst ist der Biss schmerzlos und hinterlässt in vielen Fällen lediglich einen kleinen Blutpunkt. Nach einiger Zeit fängt die Wunde jedoch zu jucken und zu schmerzen an. Auch nach Tagen ist eine Schwellung noch deutlich zu erkennen. Ein Knötchen mit eitriger Blase bis hin zur  Größe einer Linse kann die Folge sein. Schuld daran ist der giftige Speichel, den die Kriebelmücke hoch konzentriert abgibt.

Ist der Biss gefährlich?

Mit dem Speicheldrüsensekret, das die Blutgerinnung hemmen soll, werden verschiedene giftige Stoffe in die Blutbahn abgegeben. Vor allem allergische Reaktionen sind die Folge, allerdings können auch Herz- und Gefäßschäden auftreten und das Atemzentrum kann beeinträchtigt werden. Manchmal treten Blutvergiftungen auf, in vielen Fällen folgen auf einen Stich Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und eine starke Schwellung der betroffenen Körperstelle.

Was kann ich nach einem Biss tun?

Ist die Körperstelle nur leicht geschwollen, hilft es, sie zu kühlen. Mit dem Einsatz eines Desinfektionsmittels kann man außerdem das Entzündungsrisiko einschränken. Je nach auftretendem Problem können auch antiallergene Gels und Salben, Antiallergika oder Herzkreislauf-Präparate helfen. Sollte nach einem Tag noch keine Besserung eingetreten sein, wird empfohlen, unbedingt einen Arzt aufzusuchen, denn durch den Biss könnten Bakterien übertragen worden sein, die gravierende Schäden zur Folge haben können.

Was kann ich tun, um mich vor Kriebelmücken zu schützen?

Mit mückenabweisenden Mitteln und zweckmäßiger Kleidung kann man schon einige Erfolge im Kampf gegen einen schmerzhaften Mückenbiss erzielen. Feuchtgebiete und  Wiesen sollte man meiden, da sich dort meistens Brutplätze der Insekten befinden. Weil Kriebelmücken nicht in geschlossene Räume – weder Wohnräume noch Stallungen – fliegen, empfiehlt es sich, auf den Aufenthalt im Freien zu verzichten, wenn viele Mücken unterwegs sind. Und ist man dann noch mit einem Fliegengitter von den Muggergittermachern ausgestattet, ist man hier auch vor allen anderen Blutsaugern – egal, ob stechend oder beißend – sicher.

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