31 Aug

Die Zukunft der Stechmücke erforschen

Foto: Roger De Marfa Taillefer / Depositphotos.com

Im Rahmen eines einzigartigen Projekts versuchen Forscher in Burgthann
mehr über Stechmücken zu erfahren. Hier besteht nämlich dringend
Nachholbedarf: Fast die gesamte „Mücken-Forschung“ ist immer noch auf
dem Stand der 1950-er Jahre. Mittlerweile ist mehr über tropische Arten
als über die einheimische Insekten bekannt.


Das soll sich ändern: Mithilfe einer speziellen Mückenfalle, die CO² und
menschenähnliche Duftstoffe absondert, werden Insekten angelockt. Die
Behälter werden regelmäßig geleert und die darin gefangenen Mücken
eingefroren. So bleiben sie für spätere Untersuchungen gebrauchsfähig.
Danach werden sie zur weiteren Erforschung an ein Institut übergeben. 21
Sammelstellen in ganz Bayern beteiligen sich an diesem Projekt.

Detaillierte Forschungsergebnisse erhält man erst durch das Monitoring.
Durch Analysen und Tests wird die genaue Art und Herkunft der Mücken
ermittelt. Vor allem der Ort, an dem die Mücke gefangen wurde, ist für
die Wissenschaftler wichtig. Gehäufte Funde einer exotischen Art können
für die „Vorliebe“ für gewisse klimatische Bedingungen sprechen. So kann
es passieren, dass sich eine fremde Stechmücke an unser lokales Klima
anpasst und heimisch wird.

Was sich harmlos anhört, kann zu einem Problem werden: Viele exotische
Mückenarten sind in der Lage, Infektionskrankheiten zu übertragen. Im
Moment ist das aber in den allermeisten Fällen eher unwahrscheinlich.
Derzeit müssen wir noch keine Angst vor Tigermücken oder ähnlichen
Insekten haben, die beispielsweise das Dengue-Fieber übertragen können.
Infolge der Globalisierung und der noch größeren Zahl an weltweiten
Transporten durch LKWs und Schiffe kann sich die Situation jedoch
ändern. Deswegen ist es wichtig, dass die Forschung jetzt ansetzt –
damit wir nicht unvorbereitet sind, wenn exotische Insekten uns eines
Tages doch zu schaffen machen!