23 Sep

Ein Walnussbaum als Mückenschutz?

Walnussbaum; © Manfred Spörl

Viele Landwirte, Hausbesitzer und Gärtner schwören auf Walnussbäume gegen häusliche Mückenplagen. Lassen sich die Plagegeister dadurch wirklich vertreiben und hat dieses Mittel Nebenwirkungen?

Bekanntlich gibt es viele Pflanzen, um die Mücken und anderes fliegendes Kleingetier einen großen Bogen machen. Der Geruch von Zitronen ist so ein Duftstoff, doch kein Kraut erreicht die Größe eines ausgewachsenen Walnussbaums. Tatsächlich beinhalten dessen Blätter ätherische Öle, die Fliegen und Mücken meiden wie unsereins den Misthaufen des Nachbarn.

Ein ausgewachsener Walnussbaum besitzt zudem weitere Vorzüge. Seine dichtbelaubte Krone ist ein wirkungsvoller Schattenspender, weshalb sich darunter zumeist der Lieblingsplatz an sommerheißen Tagen befindet. Da diese Baumart erst spät im Frühjahr Blätter ausbildet und diese relativ früh im Herbst wieder abwirft, lässt sie dann, wenn der Schatten noch nicht oder nicht mehr benötigt wird, Licht in Hof und Garten. Die Walnuss ist in dieser Hinsicht ein idealer Hausbaum. Des weiteren versorgt er seine Besitzer mit leckeren Nüssen. Mit diesen lockt er auch possierliche Eichhörnchen an und sorgt damit für ein beschauliches Unterhaltungsprogramm.

Diese Baumart mag es eher mild, am besten gedeiht er dort, wo sich auch der Wein wohlfühlt. Allerdings benötigt er einen Platz mit ausreichend Feuchtigkeit, an dem er sich frei entfalten kann.

Natürlich hat so ein Gartengenosse auch seine Eigenarten. Als junger Sprössling verlangt er viel Pflege, vor allem Wasser. Hat er sich mit seinen Wurzeln eingerichtet, sorgt er selbst dafür, dass um ihn herum so gut wie keine Pflanze hochwächst. In seinen Blättern und Nussschalen bildet er den Farbstoff Juglon, der in den Boden eindringt und dort andere Wurzeln am Wachsen hindert. Lediglich anspruchsarme Arten wie Gräser und Moos lassen sich davon nicht zurückhalten.

Wenn der Baum im Herbst seine Blätter verliert, wartet auf den Menschen zwar etwas Arbeit, doch nicht mehr als bei anderen Laubbäumen. Bei der Entsorgung sollte dieser allerdings die weiche äußere Schale, in der sich die harte Nuss entwickelt hat, nicht in den Kompost geben. Darin bildet sich häufig ein hochtoxischer Pilz, der das Kompostsubstrat vergiften kann.

Jeder Walnussbaum besitzt seinen eigenen Charakter. Knorrig bildet er Stamm und Äste in alle möglichen Richtungen. Da er immer seltener anzutreffen ist, wurde er im Jahr 2008 zum Baum des Jahres gekürt. Sein Holz zählt zu den Edellaubhölzern und gilt als wertvollstes der einheimischen Nutzhölzer. Manches edle Möbelstück, aber auch Kunstwerke und Edelfurmiere, bestehen aus Walnussholz.

Obwohl wie bemerkt viele Insekten einen Bogen um den Baum machen, droht ausgerechnet von dort Gefahr. Die Walnussfruchtfliege benutzt diesen Baum als Wirt und schädigt die Walnüsse in erheblichem Umfang.

Fazit

Ein Walnussbaum bietet viele Vorteile, ersetzt aber keine Insektenschutzgitter an den Fenstern. Sie können zwar Zweige oder Blätter auf die Fensterbretter legen und so manches Insekt zur Umkehr bewegen, doch hunderdprozentigen Schutz gegen unerwünschte Einflüge in offene Fenster dürfte diese Maßnahme nicht bieten.

Möchten Sie andererseits Ihren liebgewonnenen Walnussbaum vor seinem Schädling schützen, könnten Sie ihn eigentlich auf die gleiche Weise mit Muggergittern beschützen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.