30 Okt

Eine Weltreise durch das Reich der Insekten: Teil 13 – Die Südsee

von FRED - Eigenes Werk (from French Wikipedia), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1224752

Die Südsee, mit seinem Traum des paradiesischen Nichtsmüssens, ist das Sehnsuchtsziel der Fernwehenden schlechthin! Keine Region liegt uns Europäer ferner, versteckt sie sich vor uns doch genau am anderen Ende der Weltkugel. Viele tausend Inseln verteilen sich in der annähernden Unendlichkeit des Pazifischen Ozeans.

Unser Ideal der Südsee besteht nur peripher aus dem unbändig schäumenden Meer, vielmehr breiten sich vor unseren Augen traumhafte mit ausladenden Palmen geschmückte Eilande mit breiten Sandstränden aus. Lebensfrohe halbnackte Menschen laden uns ein, uns für immer hier niederzulassen und den ewigen Urlaub anzutreten.

Obwohl dieses kitschige Image mehr als 100 Jahre auf dem Buckel hat, hält es sich hartnäckig bis in unsere Tage und natürlich kann man diesen Traum erleben – inszeniert, auf Zeit und über die Tourismusbranche gebucht. Längst sind die kleinen Inselstaaten in der Neuzeit angekommen und vermarkten sich, wie sie können. Sie haben ja wirklich etwas zu bieten.

Unter dem Begriff Südsee werden drei Inselregionen erfasst, die sich nach ihren Ethnien und Sprachen unterscheiden. Östlich der Philippinen liegt Mikronesien mit den Inselgruppen Marianen, Karolinen, den Marshall-Inseln, Palau, Nauru und Kiribati. Südlich davon schließt sich Melanesien mit dem Bismarck-Archipel, den Salomonen, Vanuatu, Fidschi und Neukaledonien an. Streng genommen, doch nicht als Traumeiland verklärt, zählt auch die zweitgrößte Insel der Welt, Neuguinea, dazu. Den flächenmäßig größten Teil umfasst das dreiecksförmig östlich anschließende Polynesien mit den Eckpunkten Hawaii im Norden, Neuseeland im Südwesten und die zu Chile gehörende Osterinsel im Südosten. Dazwischen liegen Inselträume wie Samoa, Tonga, Bora Bora, Tahiti, die Marquesas oder Tuvalu.

Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs, liegen sie doch im Einzugsbereich des sogenannten Pazifischen Feuerrings. Häufig ist der eruptive Erzeuger schon lange wieder vom Ozean verschluckt worden, doch erinnern ringförmig angelegte Inselgruppen, die Atolle, geschaffen von winzigen Korallen, an seine einstige Existenz.

Dank der tropischen Breiten besteht der Bewuchs der Inseln meist aus dichtem Dschungel. Aufgrund der isolierten Lagen konnten sich auf manchen Inselgruppen zahlreiche endemische Arten ausbreiten. Größere Landtiere wurden sämtlich von menschlichen Siedlern eingeführt, die mittlerweile auch die letzten Eilande erkundet haben.

Nachdem die Seefahrer des 16. Jahrhunderts die letzten Paradiese dieser Erde entdeckt hatten, machten auch die bis dahin gut versteckt lebenden “primitiven” Menschen leidvolle Erfahrungen mit fremden Herren. Auch das deutsche Kaiserreich hatte sich ab 1899 als Kolonialmacht in der Südsee an der Ausbeutung beteiligt. Diesem Treiben fielen auch eine ganze Reihe endemischer Tierarten, vorwiegend prächtige Vögel, zum Opfer und wurden ausgerottet.

Es gibt zwar auch einige endemische Insekten auf entlegenen Archipelen, doch sind keine als für den Menschen gefährlich bekannt. Lediglich Stechmücken wie in allen tropischen Regionen sind als Blutsauger unterwegs und können Infektionen wie Dengue-Fieber übertragen. Somit genügen herkömmliche Mückenabwehrmaßnahmen wie Sprays und Moskitonetze, um den Aufenthalt ungestört zu genießen.

Heute sind die Eilande allerdings von anderen Gefahren bedroht. Besonders die flachen Atolle und damit ganze Staaten wie Tuvalu sind mit dem Steigen des Meeresspiegels durch die Erderwärmung dem Untergang geweiht. Ein anderes schwerwiegendes Problem stellt die Vermüllung der Meere durch Plastikabfälle dar.

Wenn Sie die Südseeinseln bereisen möchten, solange es diese noch gibt, sollten Sie sich bei den zuständigen Konsulaten in Europa erkundigen. Einige der unabhängigen Inselstaaten und abhängigen Gebiete haben unterschiedliche Visumregelungen und Reisedokumentanforderungen. Vor allem bei den europäisch assoziierten Gebieten genügt ein Reisepass. Dort dürften Sie also am leichtesten einen Schritt ins Paradies wagen können.

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