29 Jun

Fliegengitter ab der ersten Wärme wärmsten zu empfehlen

Foto: Roger De Marfa Taillefer / Depositphotos.com

Kein Jahr wie das andere. Natürlich unterscheidet sich 2017 in Sachen Witterung von 2018. Nimmt man Fasching als „fünfte Jahreszeit“ in den Jahresplan mit auf, so zählen Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Karneval zu wiederkehrenden Teilzonen. Grundsätzlich sind Beginn- und Enddatum aller fünf Abschnitte festgelegt. Doch das Wetter interessiert das oftmals nicht die Bohne. Das hat maßgeblichen Einfluss auf Insekten. Hinzu kommt die globale Erderwärmung. Die Folgen beider Phänomene nehmen wir im folgenden Artikel unter die Lupe.

Besonders viele, besonders aggressiv und besonders schmerzhaft. Derartige Beobachtungen sind im bisherigen Jahr keine Seltenheit, wenn Stechmücken das Thema sind. Experten verwundert das nicht. Denn es gibt biologische Gründe für das außergewöhnliche „Mückenjahr“.

Die Länge und die Qualität des Winters spielen für eine Mückenplage keine Rolle. Vielmehr öffnete der Frühling seine Tore im April. Dieser Monat glänzte mit Wärme. Das ist für die Zahl der Quälgeister entscheidend. Die Temperaturen stiegen im Verhältnis zu den Vorjahren relativ schnell an. Väterchen Frost verabschiedete sich umgehend in den Winterschlaf. Das war gleichzeitig der Startschuss für Insekten, aus diesem zu erwachen. Denn für diese Spezies spielt Wärme eine zentrale Rolle. Die Fortpflanzung funktioniert blendend. Für den Menschen steigt somit die Wahrscheinlichkeit, einer Stechmücke über den Weg zu laufen. Hinzu kam vielerorts starker Regen. Das führte in Verbindung mit dem schwül-warmen Klima zu idealen Brutbedingungen. Zudem halten sich in verschiedenen Gebieten Wasserlachen und Pfützen länger. Ein Schlaraffenland für Insekten zur Bildung von neuen Generationen.

„Frühjahrserwachen“ trifft also nicht nur auf uns Menschen, sondern auch auf Insekten zu. Ein „integriertes Frostschutzmittel“ hilft ihnen beim Überwintern. Unterschlupf finden sie in Kellern und Dachböden. Bei den ersten warmen Sonnenstrahlen suchen sie das Freie. Und zwar hungrig. Vor der Eiablage müssen die Mückenweibchen über unser Blut Energie aufnehmen. Bei einer Ablage von 300 Eiern auf einen Schlag kein Wunder. Spätestens Anfang Mai sticht die junge Nachfolgegeneration bereits zu.

Die Temperaturen variieren von Tag zu Tag und Jahr zu Jahr. Doch eines scheint in Erz gegossen. Über die globale Erderwärmung ist sich die Expertenwelt einig. Das Ausmaß hängt unter anderem von unserem Verhalten und dem Treibhauseffekt ab. Deshalb prognostizieren Fachleute eine Temperatursteigerung von 1,5 bis 6,0 Grad bis zum Jahr 2100. Zwangläufig hat das Auswirkungen auf die Tierwelt. Es gibt Gewinner und Verlierer. Beispielsweise werden einige heimische Libellenarten die Reise in den kühleren Norden antreten. Doch viele Insekten profitieren vom klimatischen Wandel. Viele Eier und Larven überleben plötzlich den Winter. So wachsen zusätzliche Generationen heran.

Mücken übertragen in fernen Ländern Infektionskrankheiten wie Malaria oder das West Nil-Fieber. Es wird vermutet, dass diese Phänomene im Zuge der Erderwärmung auch bei uns Einzug halten könnten. Denn durch die wärmeren und damit günstigeren Klimaverhältnisse können sich derartige Mücken auch in anderen Regionen ausbreiten. Experten sehen dabei Europa oder Nordamerika nicht mehr als Utopie an. Es gibt immer noch einen Irrglauben, was Mücken anlockt. Es ist nicht Licht, sondern – neben CO2 und sonstigen menschlichen Ausdünstungen – Wärme. Dies gilt sowohl im Haus als auch auf den verschiedenen Erdteilen.

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