29 Apr

Insekt des Jahres 2015 – Der Silbergrüne Bläuling

Kulac [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)]

Aus dem offiziellen Namen ist eine Ableitung auf die Ordnung des Tieres unmöglich. Die Wahl zum „Insekt des Jahres 2015“ verrät allerdings die Klasse. Seit 1999 kürt die Jury jährlich ein Insekt, darunter verschiedene Ordnungen. Vertreter von Spezies der Schmetterlinge bekamen bereits drei Mal die Krone aufgesetzt. 2002 machte der Zitronenfalter den Anfang, gefolgt vom Esparsetten-Widderchen 2008 und – Trommelwirbel – 2015 vom Silbergrünen Bläuling. Hierbei handelt es sich nämlich ebenfalls um die Ordnung der Lepidoptera, übersetzt Schmetterlinge.

Bei den Lebensbedingungen hat der Silbergrüne Bläuling keine hohen Ansprüche. Er fühlt sich vielmehr in trockenen und sonnigen Landstrichen am wohlsten. Vereinzelte Büsche und kurze Gräser genügen ihm. Kalkhaltige und alkalische Böden runden seinen Lebensraum ab. Wo finden sich derartige Bedingungen vorwiegend? Beispielsweise in Mittel- oder Südeuropa, aber auch im Süden Englands bis in Teilen Norddeutschlands und dem Baltikum. Vor allem fühlt sich der Schmetterling aber im südlichen Bergland Deutschlands oder in den Alpen zu Hause.

Oregano ist ein beliebtes Pizzagewürz, allerdings zählt es auch zu den Lieblingsspeisen beim Insekt des Jahres 2015. Von dem Nektar ernährt es sich und greift bei Oregano-Mangel auf andere Pflanzen zurück. Gewöhnlicher Hornklee, Tauben-Skabiose und Wiesen- bzw. Flockenblumen sind als Ersatz bestens geeignet. Die meist in Gruppen auftretenden Schmetterlinge laben sich aber gerne auch an feuchtem Kies. Kurioserweise gibt es eine Parallele zu Fledermäusen, denn wie Batman‘s Maskottchen schlafen die Schmetterlinge kopfüber. Doldengewächse dienen hierbei als beliebter Ort der Nachtruhe.

Was verbinden wir Menschen mit Schmetterlingen? Sie sind ungefährlich und farbenfroh. Es kommt nicht von ungefähr, dass der „Silbergrüne Bläuling“ drei Farbfacetten bereits in seinem Namen trägt. Die Männchen unterscheiden sich dabei von den Weibchen, allerdings besitzen beide Geschlechter Inhalte des Namens. So ist die Grundfarbe der Männchen graubraun, die der Weibchen dunkelbraun. Die Flügeloberseiten der Männchen sind hell silbrig bis grünblau gefärbt. Die Außenränder sind dunkler. Bei den Weibchen unterscheidet man zwei Varianten. Bei der einen ist die Flügeloberseite bläulicher als bei den Männchen gefärbt und erst in Richtung Außenränder schimmert es dunkelbraun hervor.

Von Ende Juni bis etwa Mitte August fliegen die Falter in einer Generation. Im Süden gibt es dagegen zwei Generationen, von Mai bis Juni sowie August bis September. Von April bis Juni sind die Raupen zu beobachten. Deren Leibspeise ist insbesondere Gewöhnlicher Hufeisenklee. Die Weibchen legen ihre weißlichen Eier unmittelbar an Stängeln oder Blattachseln ab. Dort überwintern sie. Grundsätzlich ist der Silbergrüne Bläuling nicht gefährdet und steht deshalb auch nicht auf der „Roten Liste“. Allerdings ist es um seinen Lebensraum vielerorts nicht gut bestellt, weil dieser zunehmend verschwindet. In gewissen Landstrichen ist sein Vorkommen deshalb durchaus stark gefährdet oder er ist sogar schon von der Bildfläche verschwunden.

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