24 Mai

Insekt des Jahres 2016: Der Dunkelbraune Kugelspringer

Andy Murray [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)]

Die Kür zum „Insekt des Jahres“ kam für den Dunkelbraunen Kugelspringer sicherlich etwas überraschend. Streng genommen gehört das Tier nämlich nicht zu den Insekten, sondern zu den Sechsfüßern. Allerdings schaute die Jury in diesem Fall über biologische Feinheiten hinweg. Immerhin glänzt die Art der Springschwänze durch ihre Nützlichkeit für andere Organismen. 

Stellvertretend für eine große Welt von kleinsten Lebewesen zeichnete die Jury den „Dunkelbraunen Kugelspringer“ im Jahr 2016 aus. Insekten in den eigenen vier Wänden haben bei Menschen meist nicht den besten Stand. Der Titel „Insekt des Jahres“ soll explizit die hervorragenden und nutzbringenden Arbeiten des Kleintieres in den Vordergrund stellen.

Der Lebensraum des Kugelspringers ist geprägt von Streuschichten in feuchten Wäldern oder Totholz. So klettert die Art gerne von der Bodenoberfläche auf herabgefallene Äste und weidet deren Algenbewuchs ab. Meist findet sich dieses Mikro-Tierchen in größeren Ansammlungen. Hierdurch potenziert sich der Nutzen für die Umwelt. Analog anderer winziger Arten sind sie für das Gleichgewicht der Bodenfauna und die Entwicklung des Bodens nicht wegzudenken. Diese kaum bemerkbare Tierwelt zerlegt nämlich organische Substanzen und macht den Boden somit für Pflanzen durch Anreicherung von Nährstoffen erst wieder zugänglich.

Vieles auf dieser Erde ist relativ. So würde bei maximal vier Millimeter Körperlänge jeder Mensch von „winzig“ sprechen. Im Vergleich zu allen Kugelspringer-Arten ist dieser Springschwanz allerdings die längste in Europa. Die Hauptmerkmale des Körpers erklärt der Name des Tieres am besten. Der Rumpf ist rund geformt und von dunkelbrauner, glänzender Oberfläche. Nur der Kopf ist meist etwas heller. Die schwarze Farbe des Augenpaares ist gut zu orten. Über die vier Antennensegmente fühlt das Tier. Die Körperoberfläche ist von Borsten überzogen.

Das Insekt des Jahres 2016 fühlt sich in nahezu ganz Europa wohl. Aber auch die Mittelmeer- oder Schwarzmeerregion, Sibirien, Kanada und Grönland nennt es seine Heimat. Vier Entwicklungsstadien durchläuft der Dunkelbraune Kugelspringer bis zu seiner Geschlechtsreife. Am Ende jeder Phase kommt es zu einer Häutung, welche die Vergrößerung des Körpers zur Folge hat. Im Eistadium überwintert der Sechsfüßer. Ab Ende April schlüpfen die Nachkommen, bis Ende Oktober sind ausgewachsene Tiere zu beobachten.

Der Zeugungsakt läuft etwas anders als in der Welt der Menschen ab. Das Männchen schüttet die sogenannte Spermatophore aus. Von der Substratoberfläche nimmt das Weibchen diese Substanz entweder selbständig auf oder der Geschlechtspartner hilft bei diesem Akt mit tatkräftiger Unterstützung. Bei den ersten Jugendstadien besteht die Gefahr der Austrocknung. Dieses Risiko verschwindet im Laufe der Zeit.

 

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