11 Jun

Insekt des Monats Juni: Das Silberfischchen

Foto: Peter Jurik, depositphotos.com

Süß oder eklig? Schädling oder Nützling? Die kleinen silbernen Tierchen, die über die Fliesen in Badezimmer oder Küche flitzen, sind häufig (unbemerkt) Mitbewohner in den eigenen vier Wänden. Aber warum fühlen sie sich bei uns überhaupt so wohl und müssten Fischchen nicht im Wasser leben?
Wir haben das Insekt, das aus einer längst vergessenen Zeit kommt, mal genauer unter die Lupe genommen.

Silberfischen (Lepisma saccharina) sind in etwa einen Zentimeter lange, spindelförmige Insekten ohne Flügel. Trotz ihrer stromlinienförmigen Körperform und der silbernen Beschuppung haben die kleinen Wusler mit Fischen allerdings wenig zu tun. Denn obwohl sie es gerne feucht und dunkel haben, wohnen sie meist in den Fugen und Zierleisten von menschlichen Behausungen. In wohliger Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit werden sie zwei bis acht Jahre alt und ernähren sich von stärkehaltigen Stoffen.

Allesfresser: Vorteil oder Plage?

Die Insektenordnung der Fischchen existiert geschätzt seit 300 Millionen Jahren (!). Eine unauffällige Lebensweise und ein gesunder Appetit machen das möglich.
Silberfischchen fressen beispielsweise Tapetenkleister, Papier, Zucker oder Haare. Aber auch Baumwolle, Leinen, Seide, Leder und auch Kunstfasern schmecken ihnen, was zum Problem am Teppich oder im Kleiderschrank werden kann. Ein großflächiger Befall ist allerdings die Seltenheit und meist schon mit ausgiebigem Lüften zu beseitigen.

Die Anwesenheit von Silberfischchen ist nämlich per se nichts Schlechtes. Im Geheimen gelten sie auch als “Schimmelpolizei“. Sie können einerseits ein Warnsignal für übermäßige Feuchtigkeit oder Schimmelbefall sein, zum anderen dämmen sie die Verbreitung des Schimmelpilzes ein. Denn auch dieser steht auf dem Speiseplan der kleinen Krabbler.
Und auch Allergiker dürfen sich über den Besuch der Silberflitzer freuen, denn sie beseitigen Hausstaubmilben, deren Kot schlimme Allergien auslösen kann. Die Fischchen selbst hingegen verbreiten keine Allergene oder Krankheiten.

Die Frage, ob Silberfischchen Nützlinge oder Schädlinge sind, kann also nicht eindeutig geklärt werden. Gegen eine Symbiose mit einem der kleinen Tierchen spricht aber im Allgemeinen nichts. Wenn Sie also in Zukunft eines sehen, bevor es sich blitzschnell in seinen Unterschlupf zurückzieht, müssen Sie nicht in Panik zur Sagrotanflasche greifen. Grüßen Sie einfach Ihren langjährigen Mitbewohner und freuen Sie sich, dass jemand so kleines mit auf Ihre Gesundheit achtet.

Ein Gedanke zu “Insekt des Monats Juni: Das Silberfischchen

  1. Sehr schöner Beitrag! 🙂

    Silberfischchen würde ich auch nur dann bekämpfen, wenn sie in Massen auftreten. Einsatz von Klebefallen ist hier meiner Meinung nach präferierenswert, da Klebefallen für Silberfischchen in der Regel keine Lockstoffe enthalten, sprich frei von chemischen Stoffen sind (mal abgesehen vom Kleber selbst).

    D.h. Klebefallen können bedenkenlos eingesetzt werden, ohne Mensch und Haustiere gesundheitlich zu gefährden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.