17 Okt

Insekt des Monats Oktober: Die Fruchtfliege

Foto: Sylvie Bouchard / Depositphotos.com

Egal ob wir sie Fruchtfliegen, Essig-, Obst- oder Taufliegen nennen: Diese lästigen Besucher sind momentan beinahe allgegenwärtig. Wir haben den heimlichen Eroberer der heimischen Küchen zu unserem Insekt des Monats gemacht und nehmen das kleine rot-braune Mückchen etwas genauer unter die Lupe.

Sie scheinen im Sommer und Herbst einfach aus dem Nichts zu kommen. Denn reifes Obst und die entsprechenden Temperaturen erwecken die kleinen, in Kokons überwinternden Fliegen zum Leben.

Drosophila melanogaster ist die Artenbezeichnung der in Deutschland am weitesten verbreiteten Art. Die Schwarzbäuchige Fruchtfliege ist gemeinhin auch als Obst- oder Essigfliege bekannt. Ihre Körpergröße beträgt 2-4 mm und sie ist klar erkennbar durch ihre gelblich-braune Färbung und die rötlichen Facettenaugen.

Im Gegensatz zu den Insekten, die in freier Wildbahn aufzufinden sind, gelten die Fruchtfliegen als Kulturfolger. Sie haben sich an menschliche Lebensgewohnheiten angepasst und sind nur noch selten außerhalb von Wohngebieten anzutreffen.

Ernährung und Fortpflanzung

Ihre Nahrung besteht, wie der Name bereits impliziert, aus faulenden Pflanzenresten, gärendem Obst, Fruchtsäften oder alkoholischen Getränken. Küchenabfälle, Essig, aber auch stark gesüßte Lebensmittel wie Ketchup oder Sirup wirken ebenfalls wie ein Magnet auf die winzigen Fliegen.

Sobald sie aus ihrem Winterquartier schlüpfen, explodiert die Population von Fruchtfliegen regelrecht: Es dauert nur 10-14 Tage, bis eine neue Generation herangewachsen und ebenfalls geschlechtsreif ist. Und das können bis zu 400 Nachkommen sein! Obst- und Gemüseeinkäufe sowie offene Fenster gewähren der kleinen Fliege Einlass in unsere heimischen Küchen.

Der Mensch und die Fruchtfliege

Da ihre Existenz keine nachweisbaren Schäden beim Menschen hervorruft, werden die Mückchen häufig nur als Lästlinge bezeichnet. Die Larven leben in Essensabfällen oder Abwasser und können somit Bakterien übertragen. Bei der Gewinnung von Alkohol, beispielsweise bei der Wein- und Bierherstellung, können die Fliegen deswegen durch die Verbreitung von Essigsäurebakterien ungewollte Vorgänge hervorrufen.

Obwohl die kleinen Fliegen sehr lästig sind, haben sie in der Vergangenheit auch ihren Nutzen bewiesen: Durch die überschaubare Anzahl von 4 Chromosomen, ihre schnelle Vermehrung in großer Zahl und die einfache Fütterung sind sie besonders gut für wissenschaftliche Forschungen im Bereich der Genetik geeignet.

Wer allerdings nicht vor hat, eine wissenschaftliche Forschungsstation an der Obstschale im Wohnzimmer einzurichten, kann die rot schimmernden Besucher genauso gut wieder los werden. Im Folgenden haben wir für Sie ein paar Möglichkeiten recherchiert, um den Plagegeistern entgegen zu wirken:

  • Lassen Sie Bioabfälle nicht zu lange in der Wohnung liegen. Leeren Sie Ihren Biomüll häufiger aus und versehen Sie ihn mit einem Deckel.
  • Decken Sie Ihre Obstschale mit einer Kuchenhaube oder Käseglocke ab.
  • Obst mit Druckstellen sollten Sie schnellstmöglich aus der Obstschale entfernen und essen.
  • Halten Sie fleischfressende Pflanzen wie Fettkraut oder Sonnentau. Die Fliegen sind die perfekte Eiweißversorgung für Ihre grünen Begleiter.
  • Bringen Sie entsprechende Fliegengitter an. Wir Muggergittermacher beraten Sie natürlich gerne diesbezüglich per Mail oder telefonisch.
  • Zahlreiche weitere Tipps und Hausmittel finden Sie natürlich im Netz.