29 Aug

Insekten als Hundefutter

Nicht nur für Individualisten; Von Jiaqian AirplaneFan, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55087915

Einige Tiernahrungshersteller bieten Produkte mit Inhaltsstoffen an, die sie aus Insekten gewinnen. Sie behaupten, das sei die Ernährung der Zukunft – für Hund und Mensch. Stimmt das?

Im letzten und bereits in früheren Beiträgen haben wir Bezug genommen auf das Thema Insekten als Nahrungsquelle, allerdings für uns Menschen. Die Energie- und Umweltbilanz der eiweißreichen Nahrung schlägt die energieaufwändige Fleischerzeugung um Längen, doch bei den auf Schwein, Rind, Wild und Geflügel programmierten europäischen Fleischessern steht dem Siegeszug der Insekten auf dem Speiseteller noch eines entgegen: Ekel!

Der Markt findet schließlich eine Lösung. Damit bereits mit großem Aufwand gebaute Zuchtanlagen für Mehlwürmer und andere Proteinlieferanten aus dem Insektenreich ihre Abnehmer finden, stießen Ernährungspioniere auf die Zielgruppe, die mehr als doppelt so viel Fleisch pro Nase verbraucht als ihre Herrchen und Frauchen: Hunde.

Hundebesitzer kennen das: Beim Gassigehen schnappt der vierbeinige Liebling unvermittelt nach allem, was am anderen Ende der Leine unweigerlich mit einem entschiedenen “Pfui” oder “Aus” kommentiert wird. Eklig vergammeltes Zeug meist tierischen Ursprungs. Die Messlatte in Punkto Fressakzeptanz scheint bei der Mehrzahl der bellenden Vierbeiner ohnehin recht niedrig zu sein.

Neben der wesentlich besseren Umweltbilanz besitzt Hundefutter aus Insekten weitere Vorteile. Die Tiere lassen sich anspruchslos in riesigen Mengen und in kurzer Zeit zur “Schlachtreife” bringen, da sie diese bereits im Larvenstadium erreichen. Dem eiweiß- und vitaminreichen, gleichzeitig kalorienarmen “Fleisch” werden keine Medikamente zugeführt, sondern lediglich pflanzliche Nahrung, die billigst in Mengen zur Verfügung steht. Dadurch besteht praktisch kein Risiko, dass Hunde darauf allergisch reagieren.

Bleibt das Risiko, dass die aus dem Tiermehl gewonnenen Leckerbissen dem Liebling nicht schmecken. Die Hersteller versuchen, mit unterschiedlichen pflanzlichen Zusätzen eine Geschmacksvielfalt anzubieten, damit auch der anspruchsvollste Kunde sein Leckerli findet. So deuten die bisherigen Erfahrungswerte der Produzenten auf eine Akzeptanzquote von etwa 80 % hin.

Aktuell gibt es in Deutschland mindestens sechs Start-ups für Hundefutter aus Insekten bzw.Insektenproteinen. Während “Eat small” aus Berlin, “Bellfor” aus Bornheim, “Trovet” aus Kempen und “Futterzeit” aus Duisburg die Larven der Soldatenfliege (Hermetia illucens) aus Zuchtfarmen verarbeiten, setzen footforplanet (“Green Petfood”) aus Kleinheubach bei Miltenberg und “TeneTrio” aus Nuthetal bei Potsdam auf selbst gezüchtete Mehlwürmer, also die Larven des Mehlkäfers.

Der Anteil der Insektenpioniere am gesamten Hundefuttermarkt ist noch sehr gering. Entsprechend anspruchsvoll im Gegensatz zum Massenfutter sind die Preise. Falls in Ihnen nun ebenfalls der Pioniergeist erwacht sein sollte, versuchen Sie es doch einmal mit Insekten im Endstadium. Zum Einfangen und Aufbewahren bauen wir Ihnen gerne maßgeschneiderte Boxen aus besten Muggergittern.

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