22 Aug

Insekten-Burger auf dem Vormarsch

Von Marius Wenk - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64744392

Die Hinterbeine und Flügel der Heuschrecken entfernen. Die einst hüpfenden Tiere in eine Pfanne mit Erdnussöl geben und goldbraun braten. Danach in eine Schüssel mit Meersalz werfen und vorsichtig umrühren. Fertig ist das „tierische“ Schmankerl. Eine ganz besondere Facette von Insektenschutz bietet der Verzehr dieser Kleintiere. Wir berichteten bereits darüber und es ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Allerdings nimmt dieser Industriezweig eine immer größere Bedeutung ein. Eine Supermarktkette nach der anderen schreibt sich einen „Heuschrecken-Burger“ auf die Fahnen.
Der wohl klarste Vorteil für die Anbieter ist eindeutig: Insekten gibt es nahezu in unerschöpflicher Anzahl. Der größte Nachteil für die Verbraucher liegt trotz steigenden Interesses ebenso auf der Hand: Der Ekel vor Insekten überwiegt noch deutlich. Ein Lieblingskind der Deutschen sind Burger.  McDonalds erzielte im Jahr 2017 Erlöse von 3,3 Milliarden Euro, Burger King setzte 945 Millionen Euro um. Die meisten Burger beinhalten Fleisch, manche sind vegetarisch. Diesen Geschäftszweig entdeckten bereits viele Supermarkt-Ketten. Immer mehr grenzen sich mittlerweile aber von den Fast-Food-Ketten ab. Sie bieten einen „Insekten-Burger“ an.

Die Geschäftsidee von Bugfoundation ist ziemlich simpel. Buffalowürmer werden als Larven des Getreideschimmelkäfers zerkleinert. Zu diesem Insekten-Brei gesellen sich Zwiebeln und Tomatenmark. Fertig ist die Hauptzutat für den “tierischen” Pattie. Der Ekel der Konsumenten mag groß sein, eine rationale Begründung gibt es hierfür allerdings nicht. Denn nicht nur das Gesundheitsamt macht einen Haken hinter dem Angebot. Vielmehr ist das Insekten-Produkt durch den Eiweißgehalt vergleichbar mit dem der Fleisch-Burger. Die Menge der ungesättigten Fettsäuren spricht jedoch eindeutig für den Insektenbelag. Für den Körper ist er wesentlich gesünder als die Fleisch-Alternative.

Die Supermarktkette REWE erhielt den Zuschlag von Bugfoundation. Im gesamten deutschen Bundesgebiet haben sie nun Insektenburger in ihrer Angebotspalette. Erst seit Beginn 2018 öffnete der deutsche Gesetzgeber die Tore für Insektennahrung. Bugfoundation experimentierte seit 2014 an dieser Geschäftsidee und ging deshalb mit einem Wettbewerbsvorteil an den Start.

Einfach mal so Krabbeltiere von der Straße auflesen ist für die Weiterverarbeitung verboten und macht ohnehin wenig Sinn. Der Prozess beginnt also bereits bei der Aufzucht von Buffalowürmern. Bugfoundation verlässt sich dabei auf Profis in den Niederlanden. Diese Firma blickt auf 40 Jahre Erfahrung zurück. Damit sind Fehler wie Schadstoffe in der Aufzucht weitgehend ausgeschlossen. Die Muggergittermacher wünschen: Bon Appetit.

Das Angebot von Insekten-Burgern erweitert nicht nur den Horizont von Vegetariern. Vielmehr setzt die Industrie ebenso auf die Abnahme der sogenannten „Flexitarier“. Damit sind Verbraucher gemeint, die Fleischprodukte grundsätzlich nicht ausschließen, allerdings immer offen für Neues sind. Vor allem für Neuheiten, die etwas mit bewusster Ernährung am Hut haben. Das ist mit einem eiweißhaltigen Insekten-Burger auf alle Fälle gegeben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.