22 Okt

Insektenschutz: Bundesregierung greift Insekten unter die Flügel

Foto: Roger De Marfa Taillefer / Depositphotos.com

Keine Frage! Der Insektenstich und der Vogel-Kot auf der Jacke sind nur zwei negative Phänomene, die keinem Menschen gefallen. Warum ist die Bundesregierung in einem neu aufgelegten Förderprogramm um Insektenschutz und folglich um den Erhalt von Tieren im gesamten „Flugraum“ bemüht? Wäre die Ausrottung der Quälgeister nicht die richtige Alternative? Die Fragen sind mit einem klaren „Nein“ zu beantworten.

Insekten gehören zur Natur wie der Schweizer Käse zur Schweiz. Das natürliche Gleichgewicht droht laut Umweltministerin Svenja Schulze schon jetzt aus den Fugen zu geraten. Das Insektensterben hat riesigen Anteil daran, weil mit den kleinen Flugobjekten weitere Tierarten wie Vögel oder Fledermäuse von der Bildfläche verschwinden. Daraus bildet sich der klare Auftrag für den Menschen ab, Maßnahmen zur Protektion der Tierwelt zu ergreifen.

Das „Konjunkturprogramm für Insekten“ legte die Bundesregierung nicht ohne Eigennutzen für uns Zweifüßler auf. Insekten verantworten als Nutztiere nämlich wichtige Leistungen für den Menschen. Bestäubung, natürliche Schädlingsbekämpfung, Reinigung von Gewässern oder Konservierung von fruchtbaren Böden sind nur einige Beispiele. Deshalb rief das Bundesumweltministerium das „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ ins Leben. Es setzt sich die Förderung von Insekten und ihrer Artenvielfalt zum Ziel. Über mehrere Jahre stellen die Verantwortlichen jährlich etwa fünf Millionen Euro zur Verfügung. Dabei kann jedermann Praxisprojekte einreichen, die Experten bewerten und final möglicherweise bezuschussen. Generell soll das Förderprogramm unsere Gesellschaft wachrütteln und die Bürger über die Notwendigkeit und Dringlichkeit informieren. Es gibt also einen theoretischen Ansatz, der hauptsächlich aus der Vermittlung von Wissen besteht. Der praktische Zweig soll folgende Themen in Angriff nehmen:

–     Förderung von Lebensräumen und der Strukturvielfalt wie neue Hecken oder blütenreiche Wiesen
–     Ausweitung von Lebensräumen in anderen Landstrichen
–     Unterstützung von Schutzgebieten
–     Reduzierung von Schadstoffen
–     Verminderung von Lichtverschmutzung

Der Verein BUND e.V. begrüßt das Umdenken der Politik. Hubert Weiger begrüßt als Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz, dass die Bundesregierung die Zeichen der Zeit erkannt hat. Verbesserungsvorschläge hat Weiger in Sachen „konkrete Maßnahmen“. Es wäre wichtig, nun messbare und umsetzbare Ziele zu definieren. So müsse die industrielle Landwirtschaft ihre Arbeitsweise deutlich überdenken. Hier wäre Julia Klöckner als Bundesagrarministerin in erster Linie gefragt. Allerdings liegen bereits deutsche und europäische Reformen vor, denen sich die Politikerin bedienen kann und muss. Die deutliche Verringerung von giftigen Pestiziden muss laut Weiger ein Ausfluss des Systemwechsels sein.

Wie so oft in der Politik stoßen hier mehrere Interessen aufeinander. Bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen bestmögliche Kompromisslösungen finden – im Sinne der Tierwelt und als Folge des Menschen. Das natürliche Gleichgewicht und Miteinander muss höchste Priorität genießen.

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