03 Jun

Insektenschutz mit Gruselfaktor: Fleischfressende Pflanzen (Teil 2)

Fangblasen eines Wasserschlauches (Utricularia vulgaris agg.). Foto: Kristian Peters -- Fabelfroh, Wikimedia Commons

Im ersten Teil unseres Artikels stellten wir Ihnen bereits die Klapp- und Klebefallen unter den feischfressenden Pflanzen vor, die sich, wie ihre Namen schon verraten, durch Klappbewegungen und klebrige Substanzen ihrer Opfer bemächtigen. Diese Fangmethoden eigenen sich ausschließlich für eine kleine und leichte Beute, vorzugsweise Insekten.
Doch die pflanzlichen Jagdexperten kennen noch ganz andere Möglichkeiten, tierische Opfer zu fangen, die sich nicht auf die Insektenwelt beschränken müssen. Eine davon ist die Fallgrubenfalle.

Die Fallgrubenfalle

Pflanzen, die sich der Fallgrubenmethode bedienen, bilden mit ihren Blättern einen Hohlraum, in den das Tier hineinfällt und aus dem es sich nicht mehr befreien kann. Möglich ist dies durch glatte Innenwände und wenig Platz im Inneren der Pflanze. Das Opfer fällt in eine Flüssigkeit, in der es zunächst ertrinkt und die es anschließend zersetzt und verdaut.

Nur zwei Gruppen von feischfressenden Pflanzen praktizieren diese Methode: Krugpflanzen, beispielsweise der Zwergkrug oder die Kannenpflanzen und die eigene Gattung Kobralilie. Einzelne Vertreter dieser Gruppen sind groß genug, um nicht nur Insekten, sondern auch kleinere Säugetiere, beispielsweise Mäuse, fangen zu können.

Die Saugfalle

Die Saugfallenmethode wird, im Gegensatz zu den anderen Methoden, nur von einer Gattung genutzt: Den fleischfressenden Wasserschläuchen. Der Grund dafür ist, dass sie ausschließlich im Wasser oder unter der Erde funktioniert.

Bei dieser Fallenart baut die Pflanze in ihrer Fangblase, die aus verschiedenen Kammern besteht, einen Unterdruck auf, durch den sich die Blasenwände zusammenziehen. Die Fangblase ist mit einer Klappe versehen, an der mehrere Borsten sitzen. Berührt das mittels Lockstoffen angelockte Opfer die Borsten, so öffnet sich die Klappe und verschließt sich auch sofort wieder. Durch diese Bewegung wird die Beute, beispielsweise Fadenwürmer, Algen oder Wasserflöhe, sprichwörtlich eingesogen und kann nicht mehr entkommen. Direkt anschließend beginnt die Pflanze mit der Verdauung. Dies geschieht durch Enzyme.

Die Reusenfalle

Die fünfte und letzte Fallenart fleischfressender Pflanzen ist die Reusenfalle. Wie die anderen Methoden bietet auch diese Falle der Beute keine Chance zur Flucht. Ähnlich wie bei einer Lebendfalle kann sich das Opfer hier nur in eine Richtung bewegen, da der Rückweg durch die langen sogenannten Reusenhaare der Pflanze versperrt ist. Angelockt durch wohlriechende Duftstoffe läuft das gefangene Tier immer weiter nach vorn ins Innere der Falle, bis es automatisch eine Art Magen-Darm-Trakt erreicht. Dort wird es schließlich mit Hilfe von Enzymen verdaut.

Fleischfressende Pflanzen sind, mit welcher Falle sie auch arbeiten, ausgezeichnete Jäger. Welche Eigenschaften der organische Insektenschutz sonst noch mitbringt, verraten wir Ihnen im dritten und letzten Teil von „Insektenschutz mit Gruselfaktor: Fleischfressende Pflanzen“.

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