13 Jun

Insektenschutz mit Gruselfaktor: Fleischfressende Pflanzen (Teil 3)

On the "Botanical Trail" at Butterfly Valley Botanical Area (July 7), Sierra Nevada, Plumas County, northern California. Foto: NoahElhardt, 7/7/05, Wikimedia Commons

Fleischfressende Pflanzen sind faszinierend – nicht nur, weil sie Tiere fressen und damit so einige Prinzipien der Evolution ins Gegenteil verkehren, sondern auch, weil sie optisch außergewöhnlich und – einfach gesagt – irgendwie anders sind. Wie schon erwähnt hat man es bei den Karnivoren mit ausgesprochenen Überlebenskünstlern zu tun. Sie verschaffen sich mit Hilfe ausgeklügelter Fangtechniken auch dort eine Lebensgrundlage, wo es die natürlichen Bedingungen nur schwer zulassen. Ihre Beute besteht größtenteils aus kleinen Insekten, beispielsweise Mücken oder Ameisen, einzelne Exemplare erbeuten aber auch kleine Säugetiere und Amphibien, etwa Mäuse oder Frösche. 

Fleischfressende Pflanzen wachsen in der Regel sehr langsam, da sie anstatt normaler Blätter Fangblätter besitzen, die viel schlechter Photosynthese betreiben können als die Laubblätter anderer Pflanzen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Karnivoren in Gegenden, in denen ein reiches Pflanzenwachstum herrscht, oftmals dadurch verdrängt werden, dass sie schlichtweg zu langsam sind, genügend Licht und Nährstoffe zu ergattern. In nährstoffarmen und kargen Gegenden sind sie dafür die eindeutigen Gewinner: Durch die Fähigkeit, auch aus einem fleischlichen Angebot Nährstoffe zu beziehen, können sie überall dort überleben, wo es anderen Pflanzen unmöglich wäre, sich anzusiedeln, beispielsweise auf Sand, Felsen oder in Mooren.

Feuchtigkeitsliebende Sonnenanbeter

Allerdings ist die ausreichende Versorgung mit Licht und Wasser eine wichtige Voraussetzung für den Standort der fleischfressenden Pflanzen, damit sie mit ihren Fangblättern intensiv Photosynthese betreiben und so Energie gewinnen können. Man findet sie daher meistens an uneingeschränkt sonnigen oder zumindest hellen Plätzen. Die meisten Arten bevorzugen zudem einen feuchten Untergrund, wobei sie ihren Wasserbedarf zum Teil auch aus Nebel oder Tau decken können.

Das Wurzelwerk der fleischfressenden Pflanzen ist oftmals nur spärlich ausgebildet, da sie den größten Teil ihres Bedarfs an Nährstoffen über die Fangblätter organisieren. Dafür ist es extrem widerstandsfähig und verträgt sich relativ problemlos mit schlechten Bodenbedingungen, die beispielsweise durch Sauerstoffmangel oder Schwermetallbelastung begründet sein können.

Weit verbreitet, aber anspruchsvoll

Die Heimat der Karnivoren liegt auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis. Besonders vielfältig sind sie allerdings in tropischen Hochgebirgen und Mooren der warmgemäßigten Zone vertreten. Wälder meiden sie, so gut es geht, da es ihnen dort meistens zu dunkel ist. Auch in Trockengebieten ist nur eine spärliche Ansiedelung der wasserliebenden Pflanzen zu verzeichnen.

Es gibt über 1000 Arten fleischfressender Pflanzen, wobei nur etwa 15 von ihnen im deutschsprachigen Raum beheimatet sind. Immer wieder werden weitere ihrer Art entdeckt.

Wer darüber nachdenkt, sich ein Exemplar dieses ökologischen Insektenschutzes zuzulegen, der sollte sich vorher gut darüber informieren, welche Pflanzen für die Haltung geeignet sind, die man ihnen bieten kann. Denn nicht nur in der Wahl ihres Standortes, sondern auch, was Boden, Wasser und Temperatur angeht, sind die Fleischfresser äußerst anspruchsvoll.
Man sollte sich daher genügend Zeit nehmen, ein passendes Exemplar zu finden.

Wer sich bis dahin lästiger Insekten erwehren will, ist bei uns genau an der richtigen Stelle: Wir bieten Insektenschutz für alle Bedürfnisse.

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