21 Jun

Insektenschutz weltweit – Sonderausgabe Zecken: Teil 1

Sie lauern auf ihre nächste Mahlzeit: Zecken! Foto: Erik Karitis, depositphotos.com

Obwohl Zecken gar nicht zur Klasse der Insekten gehören, sondern zu den Spinnentieren, haben wir uns dafür entschieden ihnen eine Sonderausgabe in unserer Insektenweltreise zu widmen. Denn: Zecken sind klein, gefährlich und sitzen (fast) überall!

Wie sieht ein Zeckenleben aus? Und welche Gefahr geht im Jahr 2016 wirklich von ihnen aus? Wir haben in einer kleinen Artikelserie Wissenswertes über die fiesen Blutsauger für Sie zusammengestellt.

 

Überlebenskünstler Zecke

Zecken gehören wie bereits erwähnt zu den Spinnentieren und sind dort Teil der Unterklasse der Milben. Sie durchlaufen nach dem Schlüpfen aus dem Ei drei Entwicklungsstadien: Larve, Nymphe, erwachsene Zecke. Bei günstigen Umständen kann diese Entwicklung innerhalb eines halben Jahres stattfinden, sie kann jedoch auch wesentlich länger dauern, wenn gerade kein Wirt zur Stelle ist. Im Ausnahmefall können Zecken bis zu 10 Jahre (!) ohne Nahrung ausharren.

Realistisches 3 D-Modell einer Larve, Nymphe und erwachsener Zecken (männlich, weiblich und weiblich vollgesogen). Foto: Michael Bescec, depositphotos.com

Realistisches 3 D-Modell einer Larve, Nymphe und erwachsener Zecken (männlich, weiblich und weiblich vollgesogen). Foto: Michael Bescec, depositphotos.com

Sobald Zecken jedoch entweder durch Lauern oder aktives Erkrabbeln auf einem Wirt gelandet sind, saugen sie sich mit dessen Blut voll und häuten sich in den darauf folgenden Wochen. Manche Zeckenarten verlassen ihren Wirt für die Häutung oder Paarung und suchen sich im Anschluss einen anderen Wirt. Teilweise spielt sich ein ganzes Zeckenleben jedoch nur auf einem einzigen Wirt ab.

Die Eiablage ist die größte Stärke dieser Tierchen und mitunter ein Grund, warum sie sich so rasant verbreiten: Ein einziges befruchtetes Weibchen kann bis zu 20.000 Eier legen. Zwar gibt es einige natürliche Feinde der Zecke (Pilzarten, Vögel, Fadenwürmer, parasitische Wespen), wirksam eingeschränkt wird die Verbreitung durch diese aber nicht. Wenn die große Zahl von Nachkommen nicht durch lang anhaltenden Frost oder lange Hitzeperioden dezimiert wird, herrscht eine erhöhte Gefahr durch Infektionen für potenzielle Wirte.

 

“Zeckenjahr 2016”

In diesem Jahr wurde von Forschern bereits eine erhöhte Zeckenaktivität vorausgesagt. Der vergangene milde Winter begünstigte die Fortpflanzung der Parasiten und führte damit zu einer weiteren Ausbreitung des Risikogebietes für Infektionen (FSME, Borreliose, u. a.) durch Zeckenstiche.

Das Robert-Koch-Institut hat erst im April den Landkreis Dachau ebenfalls in die große Liste der FSME-Risikogebiete aufgenommen. Bis auf ein paar vereinzelte Stadtgebiete (München, Heilbronn) sowie den Großraum Augsburg und den Landkreis Weilheim-Schongau bilden die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg beinahe ein zusammenhängendes Endemiegebiet.

Doch dieses beschränkt sich natürlich nicht nur auf das deutsche Regierungsgebiet: unter anderem auch in Teilen Tschechiens, Jugoslawiens, Russlands oder auch Kanadas, der USA sowie den subtropischen Gebieten in Südamerika sind Zecken – und vor allem ihre Eigenschaft Krankheiten zu übertragen – in diesem Jahr besonders im Blickpunkt der Gesundheitsbehörden.

Im nächsten Teil …

Doch was sind überhaupt die Folgen eines Zeckenstichs und wie können wir uns davor schützen?
Diese und andere Fragen beantworten wir im zweiten Teil unserer Berichterstattung.

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