26 Jun

Insektenschutz weltweit – Sonderausgabe Zecken: Teil 2

Foto: Den Ivanov, depositphotos.com

In Teil 1 unserer Infoserie zum Thema Zecken haben wir Fortpflanzung, Verbreitung und die Lebensweise von Zecken genauer beleuchtet. Aber was macht die Blutsauger so gefährlich? Welche Krankheiten verbreiten sie und wie können wir uns vor ihnen schützen?


Zeckenbiss oder Zeckenstich?

Zecken ernähren sich vom Blut ihres Wirts – Säugetiere, die Zecken im Vorbeigehen aufsammeln. Nur wenige Zeckenarten sind tatsächliche Jäger, die ihre Beute aktiv erklimmen. Auf dem Blutgeber angekommen schneiden oder reißen mit scharfen Mundwerkzeugen die Haut ihres Wirts auf und saugen über einen mit feinen Wiederhaken versehenen Rüssel das Blut auf – ein zuerst wenig störender Stich, der jedoch schwere Folgen haben kann.

Mundwerkzeuge und Speichel enthalten viele Enzyme und Bakterien, die unter anderem das Schmerzempfinden und die Blutgerinnung des Wirts hemmen. So können sich die Parasiten unbemerkt vom Wirt ernähren, verbreiten aber gleichzeitig auch viele Bakterien und Viren – und damit Krankheiten.

Generell gilt aber: Sobald ein Zeckenstich erkannt wurde, sollte umgehend ein Arzt zu Rate gezogen werden!

Zecken können eine Vielzahl von Krankheiten übertragen. Borelliose, FSME, Ehrlichiose, Babesiose sind nur ein paar davon, die zeigen, dass ein Zeckenstich eine ernstzunehmende Gefährdung Ihrer Gesundheit darstellt. Da Borreliose und FSME die Geläufigsten sind, werden wir auf diese beiden genauer eingehen.

Durch Zeckenstiche übertragene Krankheiten

  • Borreliose (Borrelien-Infektion)

    Kreisförmige Rötung ist ein starkes Anzeichen für eine Infektion - vielleicht mit Borelliose. Foto: Farzin Salimi, depositphotos.com

    Kreisförmige Rötung ist ein starkes Anzeichen für eine Infektion – vielleicht mit Borelliose. Foto: Farzin Salimi, depositphotos.com

Relativ typisch für eine Infektion mit Borrelienbakterien ist eine (doppel-)kreisförmige Rötung, die an der Einstichstelle der Zecke auftritt. Frühe Symptome dieser Bakterieninfektion ähneln einem grippalen Infekt mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Fieber allerdings ohne Husten und Schnupfen. Im späteren Verlauf können Muskel- und Gelenkschmerzen hinzukommen. Auch ein chronischer Verlauf mit längeren beschwerdefreien Zeiträumen oder schwersten Krankheitsbildern ist möglich.

Eine Infektion mit Borreliose kann im frühen Stadium relativ gut antibiotisch behandelt werden, allerdings ist die Diagnose einer Infektion mitunter schwierig. Die Erkrankung kann ein breites Spektrum von teilweise unspezifischen Symptomen mit sich führen und so teilweise erst Jahre nach der Infektion erkannt werden. Aufgrund der vielen verschiedenen Arten von Borrelienbakterien konnten bisher noch keine wirksamen Impfstoffe hergestellt werden.

Wenn Sie einen Zeckenstich festgestellt haben, sollten Sie aufgrund der möglichen Schwere der Erkrankung unbedingt frühzeitig einen Arzt konsultieren und sichergehen, dass entsprechende Maßnahmen getroffen werden.
Mehr Informationen erhalten Sie von Ihrem Hausarzt.

  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Ein Virus, der in Europa hauptsächlich durch Zeckenstiche übertragen wird. Auch der Verzehr von Rohmilch von infizierten Kühen kann eine Ansteckungsquelle sein.

Der Krankheitsverlauf erinnert insgesamt an eine Grippe mit dem üblichen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Nach ca. einer Woche geht es Patienten meist besser, allerdings kommt es bei einem symptomatischen Verlauf zu einem Fieberrückfall. In dieser zweiten Phase führt der Virus bei etwa der Hälfte der Erkrankten zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis).

Ob eine FSME-Erkrankung vorliegt, wird meist mit einer Untersuchung der durch eine Lumbalpunktion gewonnenen Rückenmarksflüssigkeit bestätigt oder ausgeschlossen. Wenn rechtzeitig erkannt, führt eine Behandlung mit Antiviren und Antibiotika zur vollständigen Genesung. Eine späte oder gar nicht erkannte Hirnhautentzündung kann jedoch zum Tod führen oder Folgeschäden wie Lähmungen, Epilepsie oder Taubheit nach sich ziehen.

Gerade in Risikogebieten ist es daher ratsam, sich rechtzeitig um Impfungen zu kümmern. Kontaktieren Sie hierzu Ihren Hausarzt.

Was können Sie also tun, um sich vor Zecken zu schützen?

  • Lange, helle Kleidung ist wie beim Schutz vor Stechmücken ein absolutes Muss. Auf hellen Hosen und Oberteilen sind die Blutsauger schneller zu finden und können noch vor dem Stich entfernt werden.
  • Nackte Haut bedeutet Angriffsfläche. Wenn Sie also durch eine Wiese laufen, stecken Sie Ihre Hose ruhig auch in die Socken. Gesundheit geht vor Modetrend.
  • Zeckensprays können helfen, bieten aber keinen hundertprozentigen Schutz.
  • Nach Ausflügen sollten Sie den gesamten Körper gut absuchen (lassen). Vor allem an verborgenen Stellen wie in den Kniekehlen, unter den Achseln und hinter den Ohren suchen Zecken häufig eine Stelle für ihr nächstes Mahl.
  • Wenn Sie eine Zecke an sich entdecken, ziehen Sie den Blutsauger möglichst direkt an der Einstichstelle heraus. Wichtig ist dabei nicht die Drehung, sondern das kontrollierte und vollständige Entfernen.
  • Zeckenkarten, Zeckenlasso oder Zeckenzange sind sehr gut geeignete Werkzeuge.
  • Eine FSME-Imfpung schützt natürlich nicht vor der Zecke oder deren Stich, kann aber aber eine Infektion mit dem gefährlichen Virus verhindern.

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