29 Jul

Interview: Schutz vor Elektrosmog und Insekten – Teil 1

Experte im Bereich Umweltanalytik. Foto: Dr. Moldan

Dr. Dietrich Moldan betreibt seit 1996 ein Ingenieurbüro für 
Umweltanalytik in Iphofen. Zu seinen Aufgaben gehören das Messen von 
elektromagnetischen Strahlungen bei Baugrundstücken, Wohnungen und 
Arbeitsplätzen sowie das Ausbilden von Messtechnikern. Diese kommen aus aller Welt zu seinen Seminaren. Besonders wichtig ist für den Ingenieur, seine Mitmenschen auf die Ursachen von elektromagnetischen Feldern hinzuweisen und ihnen Abhilfe bzw. Schutzmöglichkeiten aufzuzeigen. Einige Tipps wird er uns in diesem Interview geben.

Frage: Der Begriff „Smog“ ist den meisten Menschen bekannt, doch was genau versteht man unter „Elektrosmog“?

Dr. Dietrich Moldan: Umgangssprachliche Bezeichnung für das Vorkommen vom Menschen erzeugter elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder in unserer Umgebung im Zusammenhang mit gesundheitlichen Risiken. Dies wäre vergleichbar mit den Abgasen, Abrieb bei Reifen und Bremsen sowie der Lärmerzeugung bei einem Auto.

Welche gesundheitlichen Gefahren können dadurch entstehen?

Moldan: Typische gesundheitliche Probleme sind tagsüber Konzentrationsschwierigkeiten, Bluthochdruck, Sprach- und Wortfindungsstörungen, unspezifische Unruhe und Angstzustände sowie Tinnitus und Ein- bzw. Durchschlafschwierigkeiten sowie nächtliches
Schwitzen. Immer häufiger werden auch verschiedene Arten von Krebs damit
in Verbindung gebracht – gerade bei magnetischen Wechselfeldern gibt es
zahlreiche Studien, die dies belegen.

Wie kann ich als Laie feststellen, dass der Elektrosmog in meinem Haus hoch ist. Gibt es zum Beispiel ein einfaches Gerät zum Testen?

Moldan: Um zu überprüfen, ob zum Beispiel die Nachttischlampe richtig
eingesteckt ist, gibt es den empfehlenswerten VOLTCRAFT MS-18/2 Multi-Tester zum Preis von unter zehn Euro. Eine Nachttischlampe ist dann richtig eingesteckt,
wenn der Schalter in der Stromzuleitung nicht den Neutralleiter, sondern
die Phase schaltet. In einem kurzen Fernsehbeitrag im WDR wird dies
erläutert (http://www.drmoldan.de/infothek/tv-auftritte/). Für die
Messungen von Nieder- und Hochfrequenz gibt es verschiedene Anbieter.
Hier haben sich die Geräte von Gigahertz-Solutions als klarer Favorit
gezeigt: für Messungen von elektrischen und magnetischen Wechselfeldern:
ME3030B und für Messungen hochfrequenter Signale ab 800 MHz: HF35C

Von welchen Geräten geht die meiste Strahlung aus?

Moldan: Das lässt sich so nicht pauschal sagen, jedoch gibt es einige
kritische Verursacher im häuslichen Bereich.
Für elektrische Wechselfelder: zweiadrige Stromleitungen von zum
Beispiel Nachttischlampen, die an einem Ende einen Flachstecker für die
Steckdose besitzen oder die Ladekabel für Mobiltelefone.
Für magnetische Wechselfelder: Transformatoren in Geräten wie zum
Beispiel Radiowecker.
Für elektromagnetische Felder (Hochfrequenz): die Basisstationen von
schnurlosen Telefonen nach dem DECT-Standard oder WLAN-Router.

Es gibt viele Möglichkeiten sich vor Hochfrequenzstrahlung zu schützen.
Unter anderem mit speziellen Insektenschutzgittern. Woran erkenne ich
beim Kauf eines solchen, ob es zum Schutz geeignet ist?

Moldan: Die Firma Neher stellt ein E-Smog-Schutzgewebe mit gleichzeitigem
Insektenschutz her, mit dem sie ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt
hat.

Ein Bestandteil der Gitter ist ein bestimmtes Glasfasergewebe. Wie
genau funktioniert das?

Moldan: Es handelt sich hierbei um ein Multifilamentglasfasergarn mit
Kupferfaden. Die hochfrequenten Wellen treffen auf die elektrisch
leitfähigen Kupferfäden und werden reflektiert. Dadurch wird die
Strahlungsdichte hinter dem Spezialgitter um den Faktor 1000 reduziert.

Welche weiteren Materialien tragen zum Schutz bei?

Moldan: Hier gibt es eine umfangreiche Auswahl an Materialien für Dach,
Außen- und Innenwände, Türen und Fußböden bzw. Decken. Diese Materialien
funktionieren nur, wenn sie elektrisch leitfähige Komponenten haben oder
eine ausreichende Absorption der Strahlung aufweisen, wie zum Beispiel
dicke Betonwände.

Im zweiten Teil des Interviews erklärt Dr. Dietrich Moldan wie einfach 
es ist, sich vor Hochfrequenzstrahlen zu schützen.

Mehr Infos zum Dienstleistungsangebot von Dietrich Moldan finden Sie 
unter www.drmoldan.de.