14 Nov

Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden – Teil 1

Foto: Roger De Marfa Taillefer / Depositphotos.com

Ein Jahr voller Wetterkapriolen neigt sich langsam dem Ende. Während bei uns in Mitteleuropa gefühlt der längste aller Sommer herrschte, wurde es andernorts teilweise unerträglich. Durch Hitze und Trockenheit brennen Wälder und der Permafrostboden taut. Das Klima zieht neue Grenzen. In seinem Schlepptau ziehen tropische Mückenarten in nördlichere Gefilde und bringen Krankheiten mit. Welche Infektionen werden eigentlich von Mücken & Co übertragen?

Die meisten Menschen hierzulande, die sich und ihre Häuser vor Insekten abschirmen, tun dies, weil die Blutsauger lästig sind, Juckreiz und Schmerzen verursachen. Zunehmend wird der Grund darin liegen, Krankheitserreger fernzuhalten. Nachfolgend möchten wir Ihnen einen Überblick geben über die bekanntesten Infektionskrankheiten, die von Mücken übertragen werden können.

1. Malaria

Diese Tropenkrankheit zählt zu den schweren Virusinfektionen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt aktuell jährlich mehr als 300 Millionen Infektionen und rund eine Million Todesfälle durch den Erreger. Nach Deutschland werden jährlich etwa 700 Infizierte aus den Risikoländern importiert. Bis zu drei Prozent der Fälle verlaufen tödlich. Die Parasiten im Blut verursachen meist hohes Fieber mit Schüttelfrost und Schweißausbrüche sowie neurologische Komplikationen.

Überträger des Malariakeims Plasmodium ist die Mückengattung Anopheles. Deren Verbreitungs- und damit die Riskogebiete umfassen den kompletten tropischen Gürtel. In Amerika reicht die Zone von Mexiko bis Bolivien, in Asien beginnt der Risikobereich südlich des Kaukasus und zieht sich außerhalb der Wüstengebiete südlich des Himalaja über die südostasiatischen Staaten einschließlich Neuguinea und einige angrenzende Inseln der Südsee. In Afrika ist das Risiko mit Abstand am größten, da dort lebende Anopheles-Arten nur Menschen anzapfen. Betroffen sind alle Länder südlich der Sahara bis nach Namibia und Madagaskar.

2. Gelbfieber

Für die Verbreitung dieser Viruserkrankung sind Mücken der Gattung Aedes zuständig. Besonders betroffen sind die tropischen Regionen Afrikas und Südamerikas. Der Erreger zirkuliert dabei zwischen Mücken, Affen und Menschen.

Die Krankheit äußert sich meist in Fieber, Übelkeit und Schmerzen, bei schweren Fällen in Leberschäden bis zum Tod. Eine Impfung gegen Gelbfieber ist möglich. Trotzdem werden laut Schätzungen der WHO weltweit etwa 200.000 Menschen pro Jahr infiziert, wovon etwa 30.000 sterben.

3. Dengue-Fieber

Die Mücken der Gattung Aedes sind auch Überträger des Dengue-Fiebers, gegen das es noch keinen in Europa zugelassenen Impfstoff gibt. Die Viruserkrankung breitet sich schneller aus als jede andere von Stechmücken übertragene. Die Symptome ähneln einer schweren Grippe. Weltweit sterben bis zu fünf Prozent der etwa 50 Millionen infizierten Menschen.

Risikogebiete sind die tropischen und subtropischen Regionen Zentral- und Südamerikas, Süd- und Südostasiens sowie Afrikas. Die meisten Deutschen, die das Dengue-Fieber als Reisende in die Heimat einführten, infizierten sich in Thailand.

4. Zika-Virus

Diese Viruserkrankung wurde erstmals 1947 in Uganda entdeckt und ist heute hauptsächlich in Südamerika, vor allem in Brasilien, verbreitet. Sie wird vorwiegend von der Ägyptischen Tigermücke übertragen und verläuft in vier von fünf Fällen unbemerkt.

Gefährlich und damit in die Schlagzeilen geraten ist die Infektion für Schwangere und Frauen, die planen, schwanger zu werden, da das Virus zu schweren Fehlbildungen bei deren Babys führen kann.

5. West-Nil-Fieber

Dieses potenziell tödliche Virus, deren Ursprungsregion im Namen liegt, breitet sich aktuell in Europa stärker aus. In den EU-Mitgliedsstaaten wurden im laufenden Jahr bereits fast 1.500 Fälle gemeldet. Davon starben mindestens 170 Menschen, die meisten im Süden des Kontinents. Die zahl der Infizierten dürfte wesentlich höher sein, denn vier von fünf Infizierte haben keine Symptome. Nur etwa jeder 150. Mensch – in der Regel ältere Patienten mit Vorerkrankungen – erkrankt schwer mit hohem Fieber, Muskelschmerzen und geschwollenen Lymphknoten bis zur Gehirnhautentzündung.

In Deutschland ist das Virus Ende August erstmals bei einem Vogel, einem Bartkauz, gefunden worden. Neben Vögeln und Menschen können über die Stechmücken auch andere Wirte wie Pferde infiziert werden. Zu den europäische Risikoländern zählen Italien, Griechenland und der Balkan.

6. Usutu-Virus

Eng verwandt mit dem West-Nil-Virus befällt das Usutu-Virus vor allem Wildvögel, in den vergangenen Wochen auch in Deutschland. Ursprünglich stammt es aus dem südlichen Afrika. Auch dieser Erreger wird über Stechmücken übertragen und kann Säugetiere befallen. Bei Menschen sind schwere Krankheitsverläufe selten, aber nicht ausgeschlossen.

7. Japanische Enzephalitis

Mit dieser Tropenerkrankung infizieren sich vor allem in Ost- und Südostasien jährlich zwischen 30.000 und 50.000 Kinder, selten Erwachsene, denn diese sind meist immun dagegen. Die Krankheit ist tückisch, denn die Symptome Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen treten plötzlich auf. Begleitet werden diese durch Erbrechen und Durchfall. Selten mündet sie in einer Gehirnentzündung, jedoch sind bleibende Schäden häufig. Bis zu 30 % der erkrankten Kinder sterben daran.

8. Leishmaniose

Diese von Sandmücken übertragene Infektionskrankheit ist weit verbreitet. Ausgehend von tropischen Breiten, vor allem aus Peru, Kolumbien, Ostafrika und Asien, ist unter anderem der gesamte Mittelmeerraum betroffen. Im Zuge des Klimawandels sind die Überträger auch in Deutschland eingeschwirrt, befallen hier aber vorwiegend Tiere, seltener Menschen. Ganz besonders bevorzugen sie Haushunde. So sind in Spanien und Sizilien 40 bis 80 % der Hunde infiziert.

Die parasitären Erreger der Leishmaniose können sowohl innere Organe als auch die Haut befallen. Dort äußert sich die Krankheit in auffälligen Hautgeschwüren. Die Bewältigung der Krankheit ist weitgehend der körpereigenen Immunabwehr überlassen.

Fazit: Mückenschutz = Schutz vor Krankheiten!

Weitere durch Mücken & Co übertragbare Krankheiten, vor denen Sie sich mit Muggergittern wappnen können, stellen wir Ihnen in Kürze in Teil 2 vor.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.