28 Nov

Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden – Teil 2

Stechmücke in Aktion, VadimBorkin, depositphotos

Im vorletzten Beitrag haben wir Ihnen bereits acht Infektionskrankheiten beschrieben, die von Mücken übertragen werden können. Nachfolgend erweitern wir die Liste um weitere acht Risiken, gegen die Sie sich mit Insektenschutzgittern wappnen können, denn die übertragenden Blutsauger könnten sich im Zuge des Klimawandels in Europa ausbreiten.

9. Schlafkrankheit

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sind mehr als ein halbe Million Menschen in den tropischen Gebieten Afrikas von der (afrikanischen) Schlafkrankheit betroffen. Überträger ist die Tsetsefliege, die neben Menschen auch Rinder und Antilopen befällt. Die Erkrankung äußert sich in Fieber, Schüttelfrost und Juckreiz und führt zu Ödemen, Lymphknotenschwellungen und Hautausschlag. Im zweiten Stadium können Verwirrtheit, Koordinations- und Schlafstörungen sowie Krampfanfälle auftreten, bevor die Patienten in einen Dämmerzustand fallen, nach dem die Krankheit benannt wurde.

10. Chikungunyafieber

Diese von der Asiatischen Tigermücke übertragene Infektionskrankheit wird auch als “Gebeugter Mann” bezeichnet, da sie sich neben Fieber und Entzündungen in heftigen Gelenkschmerzen äußert. Das Chikungunyafieber verbreitet sich im östlichen und südlichen Afrika, auf dem indischen Subkontinent sowie in Südostasien. Auch in der Karibik und den angrenzenden Ländern Mittel- und Südamerikas ist die Krankheit bekannt.

11. O’nyong-nyong-Fieber

Diese tropische Viruserkrankung beschränkt sich auf Zentral- und Ostafrika und tritt meist epidemisch auf. Sie wird von Anophelesmücken übertragen. Die Symptome der Krankheit ähneln denen des Chikungunyafiebers.

12. Rifttalfieber

Auch das Rifttalfieber besitzt seinen Ausgangspunkt in Ostafrika, genauer im kenienischen Rift Valley. Von dort aus hat sie sich vor allem auf dem ganzen Kontinent südlich der Sahara ausgebreitet. Beim Rifttalfieber handelt es sich um eine Wiederkäuerkrankheit, d.h. sie befällt bevorzugt Schafe, Ziegen, Rinder, Kamele und Antilopen. Durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren und durch Stechmücken kann der Erreger auch auf Menschen übertragen werden. Im Jahr 2000 zählte man bei einer Epidemie auf der arabischen Halbinsel etwa 160 Tote. Die Symptome ähneln denen einer einer Grippe.

13. Tahyna-Virus

Ähnlich einer Sommergrippe verläuft die Infektion mit dem Tahyna-Virus. Als Überträger gelten Ringelmücken, die vor allem in Mittel-, Nord- und Osteuropa beheimatet sind. Außerhalb von Europa ist auch das östliche Russland betroffen. Neben dem Menschen wird es auch bei Vögeln, Hasen und Nagetieren nachgewiesen.

14. Tularämie

Die auch als Hasenpest und Hirschfliegenfieber bekannte Infektionskrankheit geht von einem hochansteckenden Bakterium aus, das vowiegend Nagetiere und Hasenartige befällt. Bei den Tieren endet die Erkrankung meist tödlich, im Gegensatz zum Menschen. Dorthin gelangen die Erreger zwar selten, aber wenn, dann durch direkten Kontakt oder über Parasiten wie Läuse, Flöhe, Milben, Wanzen, Zecken oder Mücken. Auch durch verunreinigtes Wasser, eingeatmeten Staub oder Verzehr von befallenem Fleisch ist eine Übertragung möglich. Das Verbreitungsgebiet des Erregers umfasst Nordamerika und das nördliche Asien, v.a. Japan und Sibirien, und auch Europa. Die Erkrankung äußert sich in Fieber, Schwellungen, Geschwüren, Bindehautentzündungen und auch an schweren inneren Symptomen.

15. Filariose

Diese Infektion mit parasitischen Fadenwürmern wird durch Stechmücken und andere blutsaugende Insekten übertragen. Sie verbreitet sich vorwiegend in tropischen Breiten, insbesondere in Entwicklungsländern. Weltweit sollen 100 bis 200 Millionen Menschen mit Fadenwürmern infiziert sein. Der Befall kann zum sogenannten Elefantenmann-Syndrom, einer extremen Vergrößerung und Verhärtung der Haut infolge von Lymphstau, führen.

16. Sindbis-Virus

Stechmücken sind auch für die Übertragung des Sindbis-Virus verantwortlich. Diese meist harmlose fiebrige Erkrankung kann mit Entzündungen der Gelenke, Hautausschlägen und selten mit einer Enzephalitis einhergehen. Der Erreger wurde 1952 in Sindbis, Ägypten, entdeckt und befällt natürlicherweise Vögel. Mit diesen bereiste das Virus bisher ganz Afrika, den östlichen Mittelmeerraum einschließlich Sizilien, Süd- und Südostasien, Südamerika sowie Australien. Die Symptome ähneln einer Dengue-Infektion.

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