15 Mrz

Mit Bestreifung gegen Blutsauger

von "Stiller Beobachter", Ansbach, CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Warum haben Zebras Streifen? Diese Frage beschäftigt Menschen seit Jahrtausenden. Britische Forscher behaupten, den Beweis nun erbracht zu haben: Das Streifenmuster der Zebras ist ein Fall von effizientem Insektenschutz.

Täglich schwirren aktuelle Nachrichten aus London durch alle Kanäle. Derzeit dreht sich fast alles um das Thema Brexit, gefolgt von Börsennachrichten aus dem Finanzzentrum und dem Wetterbericht. Für Euphorie sorgen bestenfalls die Erfolge der englischen Fußballclubs in Champions und Europa League. Wie ein verirrter Schmetterling kam jedoch eine weitere Meldung von der Insel dahergeflogen, die unser Interesse geweckt hat.

Wer wollte nicht schon immer wissen, warum Zebras Streifen tragen? Es wurde spekuliert, ob die Muster der Unterscheidung der Tiere untereinander dienen, der Tarnung oder als Kühlsystem. In diesem Blog haben wir uns bereits einmal mit dieser Frage befasst. Nun kam prompt die Antwort, geliefert von Forschern der Universität Bristol.

In einem Feldexperiment zählten die Wissenschaftler mit einer Gruppe von Studenten die Anflüge von Pferdebremsen auf gestreifte und ungestreifte Pferde. Dabei stellten sie fest, dass die blutgierigen Insekten ihre Ziele zwar musterunabhängig anflogen, die meisten von ihnen im Nahbereich aber ganz offensichtlich vom Streifenmuster irritiert wurden und die Richtung änderten. Sie begründeten dies mit den eingeschränkten Sehfähigkeiten der Bremsen, die zunächst die Pferde als solche wahrnahmen, bei näherem Besehen die gestreiften Exemplare wiederum nicht mehr.

Die Frage bleibt, ob afrikanische Savannenbremsen ebenso reagieren, da diesen die Zebras ja wohlbekannt sein sollten. Offensichtlich hat sich das Zebra aber dank seines Streifenschmucks gegenüber seinen einfarbigen Verwandten durchgesetzt und sich so auch seine freie Lebensweise bewahrt. Unseren Hauspferden bleibt bestenfalls ein gestreifter Überwurf oder eine entsprechende Fellbemalung.

Neben den Zebras zeichnen sich zahlreiche weitere Tierarten durch Streifen im Fell aus, von gefährlichen Tigern bis zu poutzigen Streifenhörnchen. Die Forscher aus Bristol haben also noch eine Menge zu tun.

Die Meldung über diese Form des Insektenschutzes erwähnt weitere Studien, die die Wirksamkeit der Streifen auch bei Menschen belegt. Dies gilt sowohl für die “Kriegsbemalung” bei Naturvölkern als auch für gestreifte Kleidung in unserer Zivilisation. Da sich die festgestellte Wirkung aber nur auf Bremsen bezieht, empfehlen wir, sich nicht nur auf Streifenmuster zu beschränken. Findige Personen, die aus den Studien ableiten, dass ein Zebrastreifen ein guter Platz zum Verweilen ist, werden übrigens umso mehr mit Bremsen konfrontiert werden.

Einen effektiven Schutz des Wohnraums vor geflügelten Plagegeistern aller Art gewährleistet nach wie vor ein fachmännisch eingebautes Muggergitter an Fenstern und Türen. Das würden uns bestimmt auch die Briten bestätigen.

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