04 Mai

Mücke vs. Fliege: Worin bestehen die Unterschiede?

Fliege: Von Amada44 - https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4165837; Mücke: Von Alan R Walker - CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19032208

„Muck nicht auf, sonst fliegst du raus.“ In dieser Drohung eines Disco-Türstehers verstecken sich gleich zwei Tier-Metaphern. Die „Mucke“ als Ausprägung der „Mücke“ und die „Fliege“. Tatsächlich bedeutet „mucken“ im ursprünglichen Sinn das laute Brummeln einer Mücke. Im übertragenen Kontext hinsichtlich des Eingangssatzes heißt „aufmucken“ so viel wie „meutern“, „entgegentreten“ oder „rebellieren“. Die Bedeutung des Wortes „rausfliegen“ ist selbsterklärend. Der mögliche Zusatz „im hohen Bogen“ würde dem Ergebnis mehr Schmerzen verleihen. Mücke hin, Fliege her. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen diesen beiden Geschöpfen?

Mücken und Fliegen sind die zwei Unterordnungen der Zweiflügler. Die Definition der Mücke erinnert stark an das Schönheitsideal aus der Model-Welt. „Zart gebaute, schlanke Insekten mit langen, dünnen Beinen“ So weit, so gut. Die „fadenförmigen, vielgliedrigen Fühler (Antennen)“ sind bei den menschlichen Schönheiten wohl eher nicht zu finden. Erst recht nicht die „stechend-saugenden Mundwerkzeuge“. Hier trennt sich spätestens die Spreu vom Weizen, besser ausgedrückt die Mücke vom Model. Etwa 45 Familien umfasst die Unterordnung der Mücke. Darunter sind einige sog. Mückentaxa als blutsaugende Krankheitsüberträger bekannt. Die ungeliebte Stechmücke ist eine davon.

Die Fliege ist im Vergleich zur Mücke der etwas angenehmere Zeitgenosse für den Menschen. Denn die umgangssprachlich bekannte Stubenfliege geht maximal auf die Nerven. Sie besitzt kein stechend-saugendes Mundwerkzeug, sondern nur einen „Leckrüssel“. Der kommt gelegentlich auf der menschlichen Haut zum Einsatz. Außer von einem „Kitzel-Gefühl“ bleibt der Betroffene allerdings von einer Einstichstelle verschont. Damit kann es zudem zu keiner Krankheitsübertragung kommen. Eine bekannte Familie der Fliegen sind die sog. Schmeißfliegen. Die Größe dieser Tiere variiert stark und kann bis zu achtzehn Millimeter betragen. Den Namen verdiente sie sich durch ihre Vorliebe für geruchsintensive organische Stoffe. Deshalb: Kein Misthaufen ohne Schmeißfliegen. Deren Körperkonstruktion besticht durch einen robusten Aufbau mit sehr gut ausgebildeten Flügeln. Der Rumpf ist meist metallisch blau oder grün bis goldgrün glänzend gefärbt.

Es verwundert nicht, dass der Unterschied zwischen „Mücke“ und „Fliege“ im Sprachgebrauch nicht klar definiert ist. Denn je nach Landstrich werden die Bedeutungen im biologischen Sinn verwechselt. Alleine im Fränkischen ist das häufig der Fall. Beispielsweise wird im Raum Coburg eine Mücke als Schnake bezeichnet. Das wird den stechend-saugenden Mundwerkzeugen noch gerecht. Allerdings geben die Einheimischen einer Fliege oft den Namen „Mugg“. Damit stimmt die Abgrenzung der Mücke von der Fliege nicht. Aber in der Kommunikation ist wichtig, was ankommt. Und wenn jeder vom selben Kenntnisstand ausgeht, dann ist die biologische Definition zweitrangig. Zudem ist auch nicht wichtig, ob es „Fliegen- oder Mückengitter“ heißt. Auch „Fliegen- oder Mückenpatsche“ ist nicht entscheidend. Hauptsache, die Flügeltierchen bleiben in ihrem natürlichen Lebensraum und stören nicht den menschlichen.

Eine Exkursion führt neben den obigen Plagegeistern zu den „blutsaugenden Insekten“ der Bremsen. Die treiben vor allem zwischen April und August an schwülen Tagen ihr Unwesen. Im Gegensatz zu den Stechmücken ist ihr Stich deutlich schmerzhafter, weil sie über größere Mundwerkzeuge verfügen. Vielleicht könnten sie als „Dracula“ unter den Plagegeistern benannt werden? Denn sie saugen bis zu 0,2 ml Blut aus der Einstichstelle heraus. Sie bevorzugen als Landeplatz die Haut von Menschen mit hohem Schweißgeruch. Doch auch deren Wirkungskreis ist mit einem „Muggergitter“ stark eingrenzbar. Dazu muss es nicht „Bremsergitter“ heißen.

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