20 Nov

Schädlinge aus dem Blumentopf – Teil 3: Die Spinnmilbe

Oligonychus velascoi with eggs, lab specimen, Florida, USA. Foto: Florida Division of Plant Industry Archive, Florida Department of Agriculture and Consumer Service, bugwood.org, Wikimedia Commons

Spinnmilben (Tetranychidae) sind unangenehme Zeitgenossen und können das Leben eines Pflanzenliebhabers ganz schön schwer machen. In trockener Heizungsluft fühlen sie sich besonders wohl, daher haben sie gerade jetzt Hochkonjunktur. Unter Hobbygärtnern gelten sie als die am mühseligsten zu bekämpfende Schädlingsart. So kommt es nicht von ungefähr, dass Pflanzen, die von ihnen befallen sind, oft im Müll landen. Damit Ihren Pflanzen dieses Schicksal nicht blüht, erklären wir Ihnen in dieser Ausgabe von “Schädlinge aus dem Blumentopf”, wie sie die Übeltäter erkennen und was Sie tun können, um Ihre Pflanzen zu retten. 

Profil

Spinnmilben gehören zur Klasse der Milben. Ihre Familie umfasst etwa 1.200 Arten. Dabei sollte man grob nach zwei Arten unterscheiden: Diejenigen, die Gespinste bilden und die, die das nicht können.

Gespinstbildende Spinnmilben, auch als “echte” Spinnmilben bezeichnet, leben an der Unterseite von Blättern. Dort spinnen sie zu ihrem Schutz Netze und ernähren sich von Pflanzensaft, den sie durch das Anstechen der Blätter gewinnen.
“Falsche” Spinnmilben, die keine Gespinste bilden, sind etwas kleiner und gelten als nicht so gefährlich wie ihre Artverwandten, da sie keine schützenden Netze spinnen können. Sie leben ebenfalls auf der Unterseite der Blätter, können aber ohne Schutz schnell erkannt werden. Grundsätzlich wenden sich Spinnmilben erst ab einem starken Befall der Oberseite der Blätter zu.

Spinnmilben kommen auf der ganzen Welt vor. Sie werden etwa 0,25 bis 0,8 mm groß und haben eine mehr oder weniger erkennbare birnenförmige Gestalt. Ihre Farbpalette reicht von gelblich über Grün und Orange bis hin zu Rot. Ihre Larven sind mit drei Beinpaaren ausgestattet, ausgewachsen besitzen sie schließlich vier Beinpaare.

Die Tiere bevorzugen trockene und warme Luft zwischen 22 und 28 °C, denn bei diesen Temperaturen können sie sich am schnellsten vermehren. Unter 16 °C pflanzen sie sich nicht fort. Trotzdem sind sie wahre Überlebenskünstler und sehr resistent – mehrere Wochen bei Minusgraden machen ihnen nichts aus. Sobald die Temperaturen steigen, beginnen sie sofort mit der Nahrungsaufnahme und der Eiablage.

Mehrere hundert Pflanzenarten sind vom Befall der Spinnmilben betroffen.  Da sie auch in Gewächshäusern und im Landschaftsbau vorkommen, richten die Schädlinge nicht selten enorme Schäden an.

Schäden

Spinnmilben ernähren sich von Pflanzensäften, die sie, wie schon erwähnt, durch das Anstechen der Blätter gewinnen. Dadurch schädigen sie die Pflanzen nachhaltig, denn die Blätter verlieren so lange an Saft, bis sie schließlich vollständig vertrocknet sind. Langfristig kann so die ganze Pflanze sterben.

Ein charakteristisches Zeichen für einen Befall sind die mit feinen gelblichweißen oder silbrigen Sprenkeln versehenen Blattoberflächen, die fälschlicherweise oft als Mangelerscheinung oder Krankheit gedeutet werden. Die Sprenkel zeigen ausgesaugte Blattzellen, die ausgetrocknet sind. Auch Verfärbungen und das Absterben der Blätter, feine Spinnfäden an Blättern und Trieben, Kümmerwuchs, eingerollte Blätter und ein schlechter Allgemeinzustand der Pflanze sprechen für den Befall mit Spinnmilben.

Was kann ich dagegen tun? 

Den Befall der Pflanze mit echten Spinnmilben kann man schnell herausfinden, indem man die Pflanze mit einem Zerstäuber besprüht. Fallen dann Spinnfäden auf, ist der Fall klar. Unechte Spinnmilben können ebenfalls schnell entdeckt werden, da sie nicht in der Lage sind, sich in einem Gespinst zu verstecken und somit schnell ins Auge fallen.

Da Spinnmilben trockene Luft mögen, kann man durch die Befeuchtung der Umgebung schon vorbeugend gute Erfolge erzielen. Dazu reicht es, die Pflanze regelmäßig einzusprühen und Untersetzer mit verdampfendem Wasser aufzustellen.

Gegen den direkten Befall hilft dann nur eine härtere Kur. Zunächst muss die Pflanze ausgiebig abgeduscht werden, wobei ein großer Teil der Schädlinge schon weggeschwemmt werden sollte. Größere Pflanzen kann man alternativ auch mit einer Lösung aus Wasser, Spiritus und Schmierseife besprühen. Doch damit ist es noch nicht getan: Gegen den hartnäckigen Schädling hilft nämlich nur ein gutes Anti-Milben-Mittel. Am besten lässt man sich dazu im Fachhandel beraten. Wichtig ist, darauf zu achten, dass das gewählte Produkt alle Entwicklungsstadien der Spinnmilbe berücksichtigt, sodass sich auch nach der Kur keine neuen Populationen mehr bilden können.

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