13 Jul

Stechmücken mit dem Extra: Tigermücken

Foto: Dario Valerani / Depositphotos.com

Wie Sie aus unserem Beitrag „Insekt des Monats Juni“ und sicher aus eigener Erfahrung wissen, sind Stechmücken richtige Störenfriede. Doch nicht alle Stechmücken rufen „nur“ Juckreiz und Rötungen hervor. Einige besondere Exemplare wie die Tigermücke sind in der Lage Krankheiten zu übertragen.

Sie kommen vor allem in Südostasien, Australien und Brasilien vor. Aber auch in Südeuropa treffen sie auf perfekte klimatische Bedingungen. Generell sind die Tigermücken in den Tropen und Subtropen beheimatet.

Unbemerkt werden sie nach Europa eingeschleppt. Zugvögel, jedermanns Reisegepäck oder Güterverkehr aus dem Ausland können als Transportmittel dienen. So kann jeder Tropen-Urlauber ein unerwünschtes Mitbringsel in die Heimat überführen.

Dann besteht das Risiko, dass die eigentlich harmlosen Stechmücken beispielsweise das Denguefieber übertragen. Während man in den Subtropen und Tropen schon lange von dieser Krankheit weiß, kannte man in Europa das Fieber bis zum letzten Jahr kaum. Erst durch die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien wurden die Risiken bekannter und das Fieber als „unterschätzte Krankheit“ bezeichnet.

50 bis 100 Millionen Infektionen pro Jahr weltweit

Die Übertragung der Krankheit funktioniert denkbar einfach: Die Stechmücken, die Blut zum Überleben brauchen, saugen bereits infiziertes Blut in sich auf. Stechen sie dann den nächsten Wirt, überträgt sich der Erreger durch den Speichel der Mücke. Der Ausbruch der Krankheit erfolgt in der Regel drei bis zwölf Tage nach dem Stich.

Der Grad des Krankheitsbeginn variiert stark. Die Infektion kann nahezu unbemerkt, mit den Symptomen einer starken Grippe, aber auch tödlich verlaufen. In den meisten Fällen treten plötzliche Fieberschübe auf. Ebenso Muskel- und Gelenkschmerzen, weshalb die Krankheit umgangssprachlich „Knochenbrecher-Fieber“ genannt wird. Bei einer besonders schweren Erkrankung sind innere Blutungen nicht auszuschließen. Diese betrifft häufig Kinder und Jugendliche. Weltweit geht die „World Health Organisation“ jährlich von 50 bis 100 Millionen Infektionen aus. Eine einheitliche Behandlungsmethode gibt es bislang nicht.

In Deutschland müssen wir uns um das Denguefieber wenig Sorgen machen. Epidemien, ähnlich wie in den Heimatgebieten der Tigermücke sind schon allein auf Grund unseres Klimas, unwahrscheinlich. Nördlich der Alpen ist es zu kalt für die Tropenbewohner. Bis sich die Mücken an die niedrigen Temperaturen angepasst haben, wird noch einige Zeit vergehen. Nur Touristen sollten sich in den entsprechenden Ländern an die üblichen Tipps halten: Mückenspray und lange Kleidung tragen zu einem höheren Schutz vor Stechmücken bei.