30 Mrz

Sternenstädte schützen auch Insekten

Blick auf die Milchstraße, von Sky_xe, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=64995715

Der heutige Tag, der 30. März 2019, setzt wieder Zeichen. Initiativen wie die Earth Hour oder Dark Sky werben für die Abschaltung unnötiger Beleuchtungen zugunsten nachtaktiver Tiere und für die freie Sicht auf unseren Sternenhimmel. Auch die nachtaktiven Insekten sollen damit geschützt werden.

Bekanntlich orientieren sich viele Fluginsekten an Lichtquellen. In Gegenden ohne künstliche Beleuchtung dient nachts vor allem der Mond als einzige helle Lichtquelle. Zum Geradeausflug genügt es, den hellen Lichtpunkt immer im gleichen Augenwinkel zu behalten. Kommt eine künstliche Lichtquelle in die Quere, kreisen die kleinen Flieger so lange um diese herum, bis ihre Kräfte nachlassen oder sie etwa von Fledermäusen gefressen werden. Milliarden von Insekten lassen auf diese Weise ihr Leben – Nacht für Nacht.

Die Earth Hour, initiiert von WWF Australia, setzt seit 2007 alljährlich ein Zeichen, indem für eine Stunde öffentliche Beleuchtungen abgeschaltet werden sollen. Die Teilnahme ist freiwillig, doch finden sich weltweit Kommunen, die die Aktion unterstützen. Obwohl diese auf Energieverschwendung und damit den Klimaschutz zielt, dient sie mit der – wenn auch nur kurzen – Reduzierung der Lichtverschmutzung auch dem Schutz vieler Arten, vor allem aus dem Insektenreich.

Direkt gegen die Lichtüberflutung der Städte richtet sich Dark Sky, eine Initiative der Vereinigung der Sternfreunde e. V. Gemeinsam mit weiteren astronomischen Gesellschaften begehen diese alljährlich den Astronomietag. Ins Leben gerufen wurde der internationale Aktionstag im Jahr 1973 in Kalifornien. In Deutschland wurde er erstmals im Jahr 2003 “gefeiert”.

Thema heute ist die schädliche Auswirkung von zu viel Licht auf Mensch und Natur. Als Vorzeigekommune der Sternenfreunde dient die “Sternenstadt” Fulda. Dort wird in klaren Nächten sichtbar, was vor allem in Großstädten weltweit bereits seit langer Zeit nur bei Stromausfall beobachtet werden kann.

Die Initiatoren treten mit ihren Anliegen in Konkurrenz zu den Anbietern von Leuchtwerbung und auch Lichtkunst. Was Menschen fasziniert, bedeutet dagegen für zahllose Insekten den Tod. Mit dem nachgewiesenen Artensterben hat die Diskussion Fahrt aufgenommen, wie den verschiedenen Interessen Rechnung getragen werden kann.

Mit technischen Hilfsmitteln können auch Haus- und Grundstücksbesitzer ihren Teil dazu beitragen, das Außenlicht insektenfreundlich zu gestalten und auf das notwendige Maß zu reduzieren. Lichtquellen, die nur nach unten strahlen und möglichst wenig blaues Licht beinhalten, sind Teil der Lösungsansätze. Damit bleibt nach oben ausreichend Dunkelheit für die heute bei uns weitgehend freie Sicht auf einen traumhaft schönen Sternenhimmel – für Mensch und Tier.

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