19 Mai

Unliebsame Mitbewohner: Buckelkäfer

Foto: Cradley, Malvern, U.K [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Sie sind so groß wie kleine Zecken, teilen sich den Lebensraum mit Spinnen und treten gelegentlich in Massen auf. Weder saugen sie Blut noch befallen sie Haustiere. Trotzdem können sie Schäden anrichten und sind vor allem eines: lästig.

Buckelkäfer leben bevorzugt in warmfeuchten Hohlräumen von Altbauten, Fachwerkhäusern und Nebengebäuden. Die nachtaktiven Winzlinge ernähren sich vorwiegend von trockenen Pflanzenteilen, sie fressen aber auch tote Insekten und – was sie besonders unsympathisch macht – auch Textilfasern. Über Lebensmittel fallen sie ebenso her und hinterlassen dabei unangenehme Kotspuren. Deshalb zählen sie zu den Hygieneschädlingen.

Die Käfer legen ihre bis zu 200 Eier bevorzugt in Holzritzen ab. Innerhalb von drei Monaten durchläuft der gefräßige Nachwuchs vier Larvenstaden, bevor er sich verpuppt. So entstehen in kurzer Zeit beachtliche Käfermengen, die sich Stück für Stück das ganze Gebäude erobern können.

Meist leben die Buckelkäferpopulationen weitgehend unbemerkt in Koexistenz mit den Hausbewohnern. Nachts trauen sie sich aus ihren Verstecken und gehen sichtbar auf Nahrungssuche. Dabei benutzen sie gerne Kabelschächte und Steckdosen als Laufwege bzw. Türen. Spätestens bei Sanierungsmaßnahmen und damit einhergehender Änderung ihres Lebensraums treten die Tiere nicht selten in Massen ans Tageslicht und versetzen die Menschen in Angst und Schrecken.

Sobald Sie in Ihrer Wohnung also Buckelkäfer entdecken, sollten Sie eine Strategie für ein Zusammenleben oder für eine Vetreibung bzw. Vernichtung entwickeln. Zusammenleben heißt: Schützen Sie die Dinge, vor allem Lebensmittel und Kleidung, aber auch Bücher und Dokumente vor den kleinen Allesfressern. Diese mögen es weniger, wenn es kühl und trocken ist.

Für eine komplette Beseitigung gibt es drei Möglichkeiten, die mechanische, die biologische und die chemische. Die erste ist wohl die aufwändigste, denn sie bedeutet die vollständige Entfernung des kontaminierten Materials, was gleichbedeutend mit eine umfassenden Haussanierung ist. Biologisch kann man gegen die Buckelkäfer mit Nutzinsekten vorgehen. Lagererzwespen, die sich seit langem erfolgreich in Getreidespeichern bewähren, spüren die Larven der Schädlinge auf und legen ihre Eier in dieselben. Mithilfe dieser Methode lassen sich möglicherweise die Buckelkäfer auf Dauer entfernen, doch sind die Wespen nicht gerade billig. Für die chemische Keule benötigen Sie unbedingt einen Kammerjäger, der sich mit Buckelkäfern auskennt.

Als Mieter sollten Sie einen Befall umgehend Ihren Vermieter benachrichtigen. Er muss schon im eigenen Interesse Abhilfe schaffen. Ihm drohen früher oder später größere Sanierungskosten sowie bis dahin finanzielle Einbußen, denn die Buckelkäfer rechtfertigen eine Mietminderung.

Ganz gleich, ob Sie nun betroffen sind oder nicht, empfehlen wir Ihnen den Einbau von Insektenschutzgittern als Barriere. Mit kleinen Gitterstücken können Sie außerdem die bevorzugten Zugangswege der kleinen Insekten zu Ihren Wohn- und Schlafräumen abkleben.

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