15 Sep

Was steht auf dem Speiseplan von Insekten?

Foto: Roger De Marfa Taillefer / Depositphotos.com

„Am langen Arm verhungern lassen.“ So lautet eine altbekannte Weisheit. Übertragen auf Insektenschutz wäre Nahrungsentzug eine Möglichkeit. Allerdings natürlich nur eine sehr theoretische. In der Praxis finden Insekten immer einen Weg, ihren Hunger zu stillen. Je nach Art suchen die Kleingetiere völlig verschiedene Nahrungsquellen. Eine Analyse bringt interessante Erkenntnisse zu Tage.

 Wie schaut der Speiseplan von Insekten aus? Eine generelle Antwort gibt es nicht, nur eine Grobgliederung. Allesfresser ist die seltenste Spezies. Dieser Gattung gehören beispielsweise Schaben an. Sie ernähren sich sowohl von tierischen als auch pflanzlichen Stoffen.

Sehr viele Insekten sind Pflanzenfresser. Hierzu zählen beispielsweise Arten von Schmetterlingen, Käfern oder Zweiflüglern. Je nach Appetit ernähren sie sich von Pflanzen-Bestandteilen. Keine Region des Gewächses ist dabei vor ihnen sicher. Selbst vor schwer verdaulichem Holz machen einige Tiere keinen Halt. Einen Kreislauf der besonderen Art praktizieren verschiedene Exemplare. Sie ernähren sich vom Dung anderer Artgenossen. Dieses Sekret enthält unverdaute Pflanzenstoffe.

Die „Nicht-Vegetarier“ unter den Insekten zählen zu den Fleischfressern. Hier unterscheidet der Fachmann mehrere Methoden der Nahrungsaufnahme. Die „Räuber“ töten auf ihrem Beutezug andere Artgenossen, die zumeist nicht größer als sie selbst sind. Der Speiseplan der „Aasfresser“ besteht aus bereits verstorbenen Insekten. DerMühe der Ermordung gehen sie damit aus dem Weg.

Der Mensch spielt als Nahrungsquelle für die Flugobjekte natürlich auch eine Rolle. Hier kommt die dritte Insekten-Gruppe der Fleischfresser ins Spiel. Die sogenannten Parasiten bedienen sich eines Wirtes. Damit kann ein Säugetier oder ein Artverwandter gemeint sein. Parasiten profitieren von Körperbestandteilen oder Körpersäften des Wirtes. Damit ist leider auch der Mensch ein beliebtes Zielobjekt auf der Suche nach Blut.

Die Natur hat die Mundwerkzeuge der Insekten je nach Nahrungsaufnahme passend ausgebildet. Für die Aufnahme von Flüssigkeiten sind Insekten mit Saugröhren ausgestattet. Blutsauger haben natürlich zusätzlich Stechwerkzeuge, um durch die Haut an ihr Ziel zu kommen. Wespen oder Bienen haben den Luxus, sowohl beißende als auch saugende Mundwerkzeuge zu besitzen. Allerdings benutzen die ihren Kiefer hauptsächlich zur Verarbeitung von Nestmaterial.

Wie spüren Insekten ihre Nahrungsquellen auf? Die Aktion geht vor allem von chemischen und physikalischen Reizen aus. Feinste Organe auf den Antennen oder an den Beinen lotsen die Tiere zur Mahlzeit. Interessanterweise nimmt die Wirkung dieser Sinnesorgane analog beim Menschen mit zunehmendem Alter ab. So verringert sich das Aufspüren von Zucker bei einer Schmeißfliege um bis zu 50 Prozent. Eine gute Nachricht für uns Menschen. Die Wahrscheinlichkeit, von einer betagten Fliege angegriffen zu werden, ist um ein Vielfaches kleiner. Als Fazit lässt sich feststellen, dass die Aushungerungs-Methode kein wirksamer Insektenschutz ist.

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