14 Apr

Bienenfreundlicher Garten erwacht

von MVittoria (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Langsam, aber sicher erwacht die Welt der Insekten aus dem Winterschlaf. Von globalen Krisen lassen sich die Kleintiere nicht anstecken. In Zeiten des Coronavirus gerät allerdings fast schon in Vergessenheit, dass die Bienen ihren eigenen Brandherd bekämpfen müssen. Die Politik setzte in den vergangenen Jahren neue Maßstäbe, um dem Bienensterben die Stirn zu bieten. Leider beansprucht die Aktualität das politische Denken und Handeln an anderen Stellen. Doch jeder Balkon- und Gartenbesitzer kann seinen Teil zum Erhalt der Bienen beitragen.

Keine Frage! Ein Bienenstich ist maximal vom Konditor eine angenehme Geschichte. Zudem haben die stechenden Insekten in den eigenen vier Wänden nichts verloren. Hierbei geben Insektenschutzgitter sehr guten Schutz. Zur ganzen Wahrheit gehört allerdings auch, dass Bienen absolute Nutztiere sind. Mit ihrer Fähigkeit des Bestäubens sind sie für Mensch und Tier unentbehrlich.

Welchen Beitrag können Menschen auf „normaler Flughöhe“ zum Erhalt der Bienen leisten? Bienenhotels & Co. spielen als Nistplätze und Wohlfühloasen eher eine untergeordnete Rolle. Die Hauptrollen nehmen Pflanzen auf Balkon und im Garten ein. Eine passende Zusammenstellung verhilft den Fluginsekten zu einer optimalen Versorgung. Es gibt einige grundsätzliche Regeln, die ohne weiteres Fachwissen klar und schnell umsetzbar sind: Wild wachsenden Pflanzen ist gegenüber Zierpflanzen immer Vorfahrt zu gewähren. Bei der „künstlichen Aufzucht“ fehlen oftmals der essentielle Nektar oder die Pollen. Weiteres Kriterium sind große Blütenstände, denn diese dienen einer Vielzahl von Bienen als Nahrungsquelle. Ebenso wichtig ist die Tatsache, dass auf einheimische Gewächse gesetzt wird. Die lokale Bienenwelt hat sich nämlich bereits an derartige Pflanzen gewöhnt.

Werden die vorstehenden Tipps beachtet, so ist bereits viel gewonnen. Die nachfolgenden Pflanzenarten zählen zu den „Lieblingsspeisen“ der Bienen. Damit erreicht der Besitzer eine besonders hohe Anziehungskraft und Mehrwert für die „tierischen Flugobjekte“. Gänseblümchen und Klee kommen so gut wie in jedem Rasen vor. Das sind wahre Magneten und sie sollten zumindest auf einem gewissen Abschnitt ungemäht wachsen können. Ein ganzes Füllhorn an weiteren Pflanzen bilden für Bienen einen idealen Lebensraum. Dazu zählen Obstbäume und Beerensträucher, Zierwiesen, Malvenarten oder der gute alte Efeu. Letzterer mag für einige eine Überraschung sein, doch die sogenannte Efeu-Seidenbiene sammelt dort im Herbst Pollen.

Die optimale Ausrichtung eines Gartens bezieht sich nicht ausschließlich auf die richtigen Pflanzenarten. In maximal 300 Meter Entfernung sollten die Bienen Nistplätze vorfinden. Hier kam in den vergangenen Jahren das Bienenhotel in Mode. Weitere Möglichkeiten stellt allerdings die Natur zur Verfügung. So residieren Wildbienen gerne in leeren Schneckenhäusern. Das Weibchen legt dort seine Eier ab und verschließt die Öffnung mit einem Brei aus zerkauten Pflanzenresten.

Mit Fliegenschutzgittern kann sich der Mensch selbst, mit einer bienenfreundlichen Struktur auf dem Balkon oder im Garten kann er den Insekten etwas Gutes tun.

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