15 Okt

Blumenwiesen – Heimat für einheimische Insekten

Eine Blumenwiese https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Blumenwiese2.jpg

Irgendwie hat in den öffentlichen Medien der „Klimawandel“ zuletzt das „Insektensterben“ etwas von der Bildfläche verdrängt. Vielleicht, weil die Tierchen keine Greta Thunberg aufbieten können? Beides ist natürlich aktueller als je zuvor und es gibt eine große Schnittmenge. Die Auswirkungen des Klimawandels auf Insekten beleuchteten wir ausführlich. Neu angelegte Blumenwiesen bilden dagegen ein lebenswichtiges Refugium für die Kleintiere. Davon weiß der Unterpleichfelder Landwirt und Fachmann Georg Zimmermann ein Lied zu singen.

Um nochmal die problematischen Folgen des Insektensterbens auf den Punkt zu bringen: Der massive Rückgang der Kleintiere ist unbestritten. Endlich ein Ende mit den Quälgeistern? Endlich keine juckenden Einstichstellen mehr? Das wären zwar Folgen, doch es gäbe weitere Auswirkungen. Diese wären für den Menschen allerdings äußerst negativ. Unser Ökosystem und die Landwirtschaft benötigen Insekten. Ohne Bienen und andere Bestäuber kein Obst und Gemüse. Vögeln würde eine wichtige Nahrungsquelle wegbrechen. Mittlerweile schrillten die Alarmglocken und die Politik greift den Tierchen mit verschiedenen Maßnahmen unter die Flügel.

Maisfelder sind keine wirkliche Heimat für Insekten. Mit diesem Bewusstsein stellte Landwirt Georg Zimmermann einen Teil seiner Bewirtschaftung auf Blühwiesen um. „Der Betrieb einer Biogasanlage in Rupprechtshausen ist der Auslöser. Hierfür suchten wir für den relativ hohen Anteil an Silomais einen ökologischen Ausgleich“, verrät der 58-Jährige. Unterstützung für sein Vorhaben fand der Familienvater von drei erwachsenen Kindern bei Frau Marzini. Sie ist bei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau die Expertin in Sachen Anlage von neuen Ökosystemen. Damit war das Ziel für alle Beteiligten klar definiert: Frau Marzini sollte Versuche anlegen, um daraus einen Nutzen für die Biogasanlage zu generieren.

Mit reiner Liebhaberei kann der hauptberufliche Landwirt natürlich nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten. Der Betrieb baut etwa 20 Hektar Mais, 15 Hektar Zuckerrüben und 15 Hektar Triticale an. Das ist die Kreuzung einer Getreideart aus Weizen und Roggen. Diese Gesamtheit an Pflanzen ist die ideale Zutat für eine Biogasanlage. Zusätzlich erwähnt Zimmermann Wiesen und Stilllegungen, die zu den Liegenschaften gehören. Darüber hinaus kauft er zum Betrieb der Biogasanlage jährlich etwa 160 Hektar Silomais sowie 300 Tonnen Getreide hinzu. 800 Tonnen Hühnertrockenkot vervollständigen die Inhaltsstoffe.

Die ökologische Bedeutung der Blühwiesen für die Insekten ist unbestritten. Wie aber lässt sich diese in die ökonomische Schiene einbetten? Georg Zimmermann wäre ein schlechter Landwirt, wenn er die Kennziffer der Rentabilität unter den Tisch fallen lassen würde. Im nächsten Teil dieser Serie verrät der Profi, wie es zu einer Symbiose von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Schaffung neuer Lebensräume für Insekten kommen kann. Wenngleich es mitunter einer Herkulesaufgabe gleichkommt. Niemand kann in die Zukunft blicken. Eines wird trotz rückläufiger Zahlen von Insekten aber deutlich. Ein Verzicht auf Insektenschutz wie unsere feinmaschigen Barrieren in den Hausöffnungen macht keinen Sinn. Außerdem sollen die Populationen der Kleintiere durch verschiedene Maßnahmen mittelfristig wieder erhöht werden.

 

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