14 Dez

Borkenkäfer: Operation Waldinitiative

Udo Schmidt from Deutschland [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)]

Doch, es gibt sie noch – die Probleme dieser Welt neben der Corona-Pandemie. Selbstverständlich stellt das Virus aktuell vieles in den Schatten. Trotzdem ticken in anderen Problemfeldern die Uhren und der Mensch wird zu schnellem Handeln gezwungen. Irreparable Schäden wären oftmals die Folge, sofern nicht schnell gehandelt würde. Das meint FDP-Politiker Frank Sitta insbesondere beim Waldsterben in Bezug auf die Borkenkäferplage.

Wir berichteten bereits über die massiven Probleme in den heimischen Wäldern, welche der Borkenkäfer anrichtet. Das Hunderte Millionen schwere Hilfsprogramm war laut Sitta maximal ein Schritt in die richtige Richtung. Nun fordert der Politiker eine „Waldschutzoffensive“, die aus mehreren, neuartigen Denkansätzen besteht. Damit fand Sitta sogar Platz in den überregionalen Nachrichten. Ein weiteres Indiz für die Wichtig- und Dringlichkeit der Thematik.

Ähnlich wie bei der Corona-Pandemie treffen beim Wald zwei große Interessen aufeinander: Leben und Wirtschaftlichkeit. Sitta bringt es folgendermaßen zum Ausdruck: „Der zukünftige Wald muss klimastabil und weiterhin ein wertvolles Wirtschaftsgut sein.“ Jeder Tag der Untätigkeit wäre gefährlich vergeudete Zeit. Nicht zuletzt durch die Borkenkäfer-Plage würden erheblich Schäden entstehen. An dieser Stelle wäre Insektenschutz der falsche Ansatz.

Problem erkannt, Gefahr gebannt? So schnell geht es nicht. Allerdings schlägt der Politiker nicht nur Alarm, sondern überzeugt mit vielfältigen Lösungsansätzen. Das sogenannte „Totholz“ muss laut Sitta künftig besser verarbeitet werden. Liegt es längere Zeit im Wald, dann mutiert es zum Paradies für Borkenkäfer. Aus diesem Grund sollte es entweder unverzüglich verarbeitet oder mit Pflanzenschutzmitteln versehen und nass gelagert werden. Mit ausgedienten Flugplätzen oder Bundeswehrstandorten schlug der Politiker sogar potentielle Lagerplätze vor. Damit wäre eine beliebte Heimat der Borkenkäfer verschwunden.

Sitta nimmt bei der schnellen Beseitigung von Schadholz auch die Bundeswehr oder das Technische Hilfswerk in die Pflicht. Diese hätten die Kapazitäten, schwere Abtransporte zu bewerkstelligen. Die Beseitigung der Brutnester würde die Ausbreitung der Schädlinge stark eindämmen. Kein Wunder: So setzt ein Borkenkäfer-Weibchen über drei Generationszyklen bis zu 100.000 Nachkommen pro Jahr in die Welt.

Die Wurzel allen Übels ist die Thematik des Waldsterbens. Im Gegensatz zu früheren Zeiten sind die Ursachen mittlerweile wesentlich komplexer und damit die Lösungen schwieriger. Aus diesem Grund appelliert Sitta an vielfältige Bereiche der Forschung. Die Vernetzung von wissenschaftlichen Experten mit Arbeitern in der Praxis sieht der Politiker künftig als unumgänglich. Eine Task-Force für den Wald sollte mit Hilfe immer besserer technischer Handwerkszeuge passende Strategien entwickeln.

Ein weiterer Ansatz wäre die nachhaltige Umstellung auf klimastabile Wälder. Was verbirgt sich hinter dem Begriff? Widerstandsfähigere Pflanzen sind beispielsweise einer Gefahr der Austrocknung in wesentlich kleinerem Maße als anfälligere Spezies ausgesetzt. Hierfür können biotechnische Verfahren sorgen. Als Nebeneffekt haben sie ein schnelleres Wachstum, was einer effizienten Neuausrichtung förderlich ist. Das Thema betrifft alle Menschen. Hinsichtlich Insektenschutzgittern spielen Borkenkäfer allerdings nur eine untergeordnete Rolle, da sie sich in den menschlichen Lebensraum kaum verirren.

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