10 Aug

Das Gedächtnis der Insekten – Kann sich eine Fliege erinnern ?

Foto: Sebastian Janicki / Depositphotos.com

In diesem Artikel möchten wir der Frage nachgehen, ob Insekten so etwas 
wie ein Gedächtnis entwickeln können. Forscher des Sonderforschungsbereichs „Timing bei Insekten“ der Universität Würzburg haben genau das untersucht. Dabei kamen sie zu einem durchaus überraschenden Ergebnis.

Ja, Insekten können ein Gedächtnis ausbilden. Allerdings nur unter
bestimmten Voraussetzungen und auch nicht garantiert. Das heißt aber
nicht, dass die Stechmücke sich an jede einzelne Person erinnert, die
sie gestochen hat oder die Stubenfliege nicht mehr ständig gegen die
Fensterscheibe fliegt. Vielmehr bedeutet es, dass Insekten in der Lage
sind, sich einen konkreten Ablauf einzuprägen.

In der Versuchsreihe wurde das Verhalten der Fruchtfliege untersucht.
Dabei wurde dieser zwei Tage lang sowohl morgens als auch nachmittags
Nahrung vorgesetzt. In Kombination damit wurden immer spezifische
Gerüche abgegeben. Am dritten Tag schließlich sollten die Fliegen
beweisen, dass sie etwas gelernt hatten. Tatsächlich bevorzugten
Fliegen, denen morgens Nahrung gegeben wurde, den Geruch der dabei
abgegeben wurde. Genauso verhielt es sich mit den Fliegen, die
nachmittags “gefüttert” wurden.

Auch der Einfluss von Licht auf die Gedächtnisbildung wurde untersucht.
Bei ständiger Lichtzufuhr ist es den Fliegen nicht möglich, ein
Gedächtnis auszubilden. Wurde aber erst ein normaler Tag-Nacht Rhythmus
simuliert, sind die Fliegen auch bei völliger Dunkelheit fähig, sich an
den Geruch zu erinnern.

Insekten haben also zumindest ein Zeitgedächtnis. Im weiteren Verlauf
der Forschung soll es vor allem um die “innere Uhr” der Insekten gehen,
und wie bestimmte Prozesse überhaupt ablaufen.

Bei weiterem Interesse empfehlen wir Ihnen, einen Blick auf die Homepage
des Sonderforschungsbereiches zu werfen:
http://www.sfb1047.uni-wuerzburg.de/startseite