29 Apr

Der Award für Krabbeltiere: Eine Videoreise durch die „Insekten des Jahres“ von 1999 bis 2017 – Das Jahr 2002

Der Zitronenfalter, (Gonepteryx rhamni) ist ein Schmetterling (Tagfalter) aus der Familie der Weißlinge (Pieridae). Er ist das Insekt des Jahres 2002. *** Hier ein männliches Exemplar, gesehen im Widdermoos im Gemeindegebiet von Sennwald im Rheintal. Er sitzt auf einer Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi, Syn.: Silene flos-cuculi), die zu der Pflanzenart in der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) gehört. Foto: Böhringer Friedrich, Wikimedia Commons

Das Insekt des Jahres 2002 ist ein ganz besonders schönes Exemplar der Insektenwelt und seit dem Monat März auch wieder in der freien Natur anzutreffen. Durch sein Aussehen und seine Bewegungen besitzt es die Macht, jeden noch so tristen Frühlingstag zu erhellen und Spaziergänger dazu zu bringen, eine Rast einzulegen, um sich von den anmutigen Bewegungen verzaubern zu lassen: Die Rede ist vom Zitronenfalter. 

Der Zitronenfalter, in Fachkreisen auch Gonepteryx rhamni genannt, entstammt der Familie der Weißlinge und ist in weiten Teilen Asiens, Nordafrikas und Europas beheimatet. Er fühlt sich sowohl in feuchten als auch in trockenen Gebieten wohl und ist, je nach Temperatur, bis zu einer Höhe von etwa 2800 m anzutreffen. Wo immer es Sonne und Blumen gibt, lässt er sich blicken.

Aussehen

Der Name “Zitronenfalter” impliziert bereits die Farbe, mit der wir es bei diesem geflügelten Zeitgenossen zu tun haben, denn er ist zitronengelb. Allerdings gilt das nur für das Männchen. Das Weibchen hat blassgrünlich-weiß gefärbte Flügel und könnte auf den ersten Blick mit einem Großen Kohlweißling verwechselt werden. Aufgrund der Flügelform kann man die Schmetterlingsdame bei genauerem Hinsehen jedoch eindeutig charakterisieren. Die Flügel des Zitronenfalters sind deutlich zugespitzt und beide Geschlechter tragen je einen orangen Fleck auf ihren Flügeloberseiten. Außerdem fehlen die schwarzen Flecken des Kohlweißlings. Die Flügeladern dieser Art treten deutlich hervor.

Fortpflanzung

Im Laufe des März verlassen die ersten Zitronenfalter ihre Winterquartiere und begeben sich dann an Waldrändern auf Brautschau. Sie wirbeln wild hinter den Weibchen her und beeindrucken sie durch grandiose Flugkünste. Lässt sich ein Weibchen nieder, kommt es zur Paarung, die bis zu drei Stunden dauern kann.
Die Eiablage erfolgt im April. Das Weibchen deponiert seine Eier meist einzeln oder paarweise, selten auch in Gruppen, an den Knospen von Futterpflanzen ab. Die nach ein bis zwei Wochen schlüpfenden Raupen sind dunkel mit einem hellen Seitenstreifen. Sie liegen nun schon auf der mittleren Rippe der Blattoberseite, wo sie perfekt gegen Feinde, beispielsweise Vögel, getarnt sind. Außerdem befinden sie sich so in der idealen Position, um die Blätter von außen nach innen hin abzufressen.
Die Verpuppung erfolgt meistens waagerecht, indem die Raupe an einem Ästchen hängt. Je nach Witterung dauert der Vorgang etwa drei bis sieben Wochen.

Überwinterung

Im Gegensatz zu allen anderen Schmetterlingen überwintert der Zitronenfalter ohne Schutz in der freien Vegetation. Dabei sitzt er entweder auf Zweigen oder auf dem Boden im trockenen Laub, oft auch in Baumspalten, an der Unterseite von Brombeerblättern oder in Stechpalmenbüschen.
Dank eines körpereigenen Frostschutzmittels aus Glycerin gelingt es dem Schmetterling, den Gefrierpunkt der Körperflüssigkeiten derart zu senken, dass Temperaturen bis zu -20°C ohne Probleme überstanden werden können. Einen Teil der Flüssigkeiten scheidet er bereits vor dem Einfrieren aus, damit der Körper nicht übermäßig belastet wird.

Ernährung

Der Zitronenfalter ernährt sich im Wesentlichen vom Nektar blühender Pflanzen. Er bevorzugt violette Blüten wie etwa die der Kratzdistel oder des Schmetterlingsflieders. Die Raupen ernähren sich von den Blättern der Pflanzen, auf denen sie abgelegt sind. Ihr Leibgericht sind die Gewächse der Gattung Rhamnus (Kreuzdorn), woraus sich der lateinische Name des Zitronenfalters ableitet.

Verfolgen Sie den Lebenslauf des Zitronenfalters im Video von Adam Grochowalski und genießen Sie die beeindruckende Verwandlung von der Raupe zum Schmetterling: Film ab für das Insekt des Jahres 2002!

 

 

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