20 Okt

Der Award für Krabbeltiere: Eine Videoreise durch die „Insekten des Jahres“ von 1999 bis 2017 – Das Jahr 2006

Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) (Seven-Spot Ladybug) Foto: User Quartl, Wikimedia Commons

Jedes Jahr wird das Insekt des Jahres von Neuem gewählt. Die Auswahlkriterien für die entsprechenden Insekten sind unterschiedlich, meistens werden jedoch bekannte, sehr auffällige oder interessante Arten gewählt, damit auch der Laie in der Lage ist, das Insekt des Jahres wiederzuerkennen.
Der Vertreter des Jahres 2006 ist aufgrund seines Aussehens ein besonders gern gesehener Gast in unseren Gärten, denn abgesehen von seiner Nützlichkeit – er vertilgt große Mengen an Blattläusen – gilt er auch als Symbol für Glück. Und so wird seine Anwesenheit von Manchem als positives Omen gewertet: Die Rede ist vom Siebenpunkt-Marienkäfer oder Siebenpunkt (Coccinella septempunctata).

Aussehen

Das Aussehen des Siebenpunkt-Marienkäfers ist sehr markant und unverkennbar. Er wird ca. 5,2 bis 8 mm lang und hat einen leicht gestreckten, runden und gewölbten Körper. Jeder seiner beiden Deckflügel ist intensiv rotfarbig und besitzt drei schwarze Punkte. Wie der Name schon vermuten lässt, gibt es noch einen weiteren Punkt, der sich am vorderen Rand der Flügel befindet und auf beide Seiten aufgeteilt ist. Dieser ist außerdem von zwei weißen Flecken hinterlegt. Die Hals- und Kopfregion ist schwarz, bis auf zwei weiße Ecken im vorderen Bereich. An den Innenseiten der schwarzen Augen befinden sich außerdem zwei weitere weiße Punkte, die allerdings bedeutend kleiner sind. Männchen und Weibchen kann man kaum voneinander unterscheiden, lediglich unter dem Mikroskop wird ein kleiner Unterschied deutlich.

Entwicklung und Leben

Nach der Paarung legen die Weibchen ca. 400 Eier auf Pflanzenteile, die von Blattläusen befallen sind. Hierbei handelt es sich meistens um Blattunterseiten oder Spalten. Die Larven führen bereits eine ähnliche Lebensweise wie die Käfer selbst. Sie ernähren sich von Blattläusen und Eiern, die bereits verlassen wurden. Insgesamt fressen sie während ihrer Entwicklung etwa 400 Blattläuse. Bis zur Geschlechtsreife durchlaufen sie vier Entwicklungsstadien, deren Gesamtlänge etwa 30 bis 60 Tage beträgt. Die Dauer hängt von der Außentemperatur ab. Bereits nach einigen Wochen verpuppen sie sich, sodass sie nicht überwintern müssen. Die Puppen hängen oftmals von Pflanzen herab und sind bunt gemustert. Die Lebenserwartung der Tiere beträgt in etwa ein Jahr.

Wenn der Winter bevorsteht, sammeln sich die Käfer in Kolonien aus vielen Tieren und verstecken sich zwischen Gras, Moos und Laub. Auch Spalten zwischen Felsen werden genutzt. Oft verirren sie sich auch in Gebäude, dort sterben sie allerdings aufgrund der trockenen und warmen Luft meistens schnell.

Vorkommen

Die Käfer sind weit verbreitet und kommen in Europa, Asien, Nordafrika und Nordamerika vor. Sie wohnen sowohl auf offenen Feldern als auch in Wäldern – die Hauptsache ist, dass es dort, wo sie sich aufhalten, genügend Blattläuse gibt, um die Population am Leben zu halten. Meistens sitzen sie auf Blättern in der Nähe von Blattlaus- oder Schildlaus-Kolonien. Dort findet man sie vom Frühjahr bis in den Spätherbst hinein.

Fortpflanzung

Marienkäfer sind sexuell sehr aktiv. Zwar wird ein Weibchen theoretisch beim ersten Paarungsakt schon begattet, dennoch vollzieht es den Akt mit bis zu 20 weiteren Partnern. Nach der Paarung trennt sich das Paar entweder mit Hilfe der Hinterbeine oder indem sich das Männchen einfach vom Weibchen herunter abrollt.

Youtube-User Bugman gelang es, in seinem Video zwei Käfer beim Paarungsakt festzuhalten, der zwar an sich wenig spektakulär ist, jedoch durch seine Länge besticht: Bis zu 18 Stunden kann sich die Paarung hinziehen. Film ab für den Siebenpunkt-Marienkäfer!

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