30 Aug

Der Buchsbaumzünsler – eine Plage für unsere Parks und Ziergärten – Teil 1: Beschreibung

Buchsbaumzünsler, von Wim Rubers, waarneming.nl, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59030617

Ein Insekt aus Fernost hat Europa weitgehend erobert, frisst sich fröhlich durch unsere penibel gepflegten Buchsbaumkulturen. Werden wir den Fresssack wieder los oder müssen wir uns von den geliebten Hecken und Büschen langsam verabschieden?

Viele Menschen äußern sich skeptisch bis besorgt, wenn sich das Thema um Importe aus Ostasien dreht. Beim Schwenk auf Insekten mischt sich Angst in die Besorgnis. Tigermücken & Co. besitzen einen ganz miesen Ruf, wollen sie doch an unser Blut und übertragen dabei noch heimtückische Krankheiten. Ein Wunder, dass in Asien so viele Menschen leben!

Schrecken verbreitet jedoch gerade ein unscheinbarer Falter, der es auf unsere Parks und Vorgärten abgesehen hat. Der Buchsbaumzünsler hat sich eingenistet. Er frisst und frisst und frisst…

In seinem Weißgrau sieht der kleine Schmetterling eigentlich ganz stylish aus, passt optisch sehr gut in die skulptierten Vorgärten der gehobenen Mittelschicht, wo bereits Wände, Terrasse und Mobiliar in diesen beiden Farbtönen vorherrschen. Muss dieser Geselle ausgerechnet den Buchs aufs Korn nehmen? Buchs! Diese Pflanze, durch deren Beschnitt sich Vorgärtner als Künstler präsentieren können! Wie kann dieser Eindringling es wagen, unsere grünen Michelangelos an- oder gar aufzufressen?

Cydalima perspectalis heißt der Feind, der erst in diesem Jahrhundert aus Ostasien nach Mitteleuropa eingereist “wurde”, vermutlich auf einem Containerschiff. In Deutschland wurde er erstmals im Jahr 2006 gemeldet, verbreitete sich von hier aus über ganz Mitteleuropa und den Balkan.

Diese erfolgreiche Invasion verdankt der Buchsbaumzünsler seiner heimtückischen Strategie. Ganz unschuldig sitzt der Schmetterling zumeist an Blattunterseiten – natürlich nicht der Buchse, sondern in der Nachbarschaft. Erst zur Eiablage steuert das Weibchen die – bevorzugt noch nicht von Artgenossen befallene – Zielpflanze an. Mehr als 100 Eier verteilt es dort. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven, aus denen sich bis zu fünf Zentimeter lange Raupen ausbilden, die nun den Fraß beginnen. Dies tun sie von innen, damit erstens der Befall möglichst lange untentdeckt bleibt und zweitens, weil die Innenblätter des Buchses mehr Toxine beinhalten, die wiederum den Raupengeschmack für potenzielle Fressfeinde verekeln sollen.

Immerhin gibt es einige heimische Vogelarten, die die grün gemusterten Raupen in ihren Speiseplan integriert haben. Spatzen, Kohlmeisen und Buchfinken, Hausrotschwänze oder Stare wurden schon mit der Beute im Schnabel entdeckt, doch unglücklicherweise leiden bekanntlich unsere Singvögel unter erheblichem Schwund – ganz im Gegensatz zu diesem Buchsbaum fressenden Schädling!!!

Dessen Raupen besitzen zu allem Überfluss die Fähigkeit, klebrige Fäden zu spinnen. Vor dem Zugriff ihrer Feinde verstecken sie sich in damit verklebten Bättern. Den Winter verbringen die Insekten als Puppen in Kokons. Bis dahin – beginnend mit dem hereinbrechenden Frühling – können sie im Lauf des Jahres zwei bis vier Generationen ausgebildet und sich damit massenhaft vermehrt haben.

Was kann der Mensch also tun gegen diese Plage, damit kein biblisches Ausmaß daraus erwächst? Das erläutern wir in Kürze in Teil 2.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.