08 Sep

Der Mückenatlas: Mögliche Krankheitsüberträger vor Ort ermitteln

Die Deutschland-Karte. Foto: Iryna Volina / Depositphotos.com

Haben Sie sich schon mal gefragt, welche Tierchen ihr Fliegengitter abhält? Womöglich eine von den rund 50 registrierten Stechmückenarten in Deutschland. Auf der Karte des Projekts „Mückenatlas“ können Sie sich informieren, ob es Fundorte in Ihrer Nähe gibt.

Unter dem Motto „Deutschland kartiert die Stechmücken“ wird das Projekt vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. und dem Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) geleitet. Eines der wichtigsten Ziele des seit 2012 laufenden Projekts: Man will die zentrale, deutsche Stechmücken-Datenbank CULBASE erweitern und die Verbreitungskarte für die einzelnen Arten erstellen.

Dabei sind die Verantwortlichen auf die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Diese werden dazu aufgefordert, Mücken zu sammeln und an die Spezialisten zu versenden. Hierbei muss das jeweilige Exemplar für eine Untersuchung verwendbar sein. Zerquetschte Mücken können nicht mehr identifiziert werden. Es ist empfehlenswert, die Tiere in einem Gefäß aus Glas oder Kunststoff zu fangen und das Gefäß über Nacht in einem Gefrierfach zu platzieren. So bleiben die wichtigen Erkennungsmerkmale vorhanden. Das tote Insekt soll dann möglichst unversehrt und mit einem Formular, das genaue Angaben zu Fundort und ähnlichem gibt, an das Leibniz-Zentrum geschickt werden.

Nun beginnt die Arbeit für die Wissenschaftler: Es gilt das gesendete Formular auszuwerten und die Stechmücke zu analysieren. Nach der Bestimmung des Materials und Erbgutes wird die Mücke sorgfältig präpariert, die Ergebnisse werden in die Datenbank eingetragen. Anschließend sieht man den Fund auch auf der Karte des Projekts. Der Einsender wird selbstverständlich nicht vergessen: Er erhält das Bestimmungsergebnis als Rückmeldung.

Der Grund für das Forschungsprojekt: Bis vor einigen Jahren wusste man wenig über deren Vorkommen in Deutschland. Infolge der Globalisierung und der Klimaänderungen werden vermehrt nicht-einheimische Mückenarten eingeschleppt, die Krankheiten übertragen können. Diese Wissenslücke gilt es jetzt aufzuholen.

Das Projekt soll jedoch nicht auf Stechmücken fixiert bleiben. Ein ähnlicher Atlas über andere denkbare Krankheitsüberträger wie beispielsweise Zecken oder Bremsen wird geplant.

Wer sich näher für das Projekt interessiert oder sogar teilnehmen möchte, findet hier weitere Informationen: http://www.mueckenatlas.de/

2 Gedanken zu „Der Mückenatlas: Mögliche Krankheitsüberträger vor Ort ermitteln

  1. Sehr geehrte Damen und Herren

    Ich habe eine außergewöhnliche Mücke fotografiert . Würde Ihnen gerne das Foto zusenden. Finde aber keine E.mail Adresse.

    Mit freundlichen Grüßen
    Claudia Leuschen

    • Liebe Frau Leuschen,
      Sie können das Foto gerne an unsere Redaktionsadresse
      redaktion@muggergitter-blog.de
      schicken.
      Wir sind schon gespannt und werden auf jeden Fall recherchieren, um welches Exemplar es sich handelt.
      Vielen Dank und schöne Grüße
      Ihre Muggergittermacher

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