29 Jan

Die Bedeutung der Privatgärtner für den Insektenschutz

Schneeglöckchen, von Bengt Nyman (Vaxholm, Sweden) - D8E_0159, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49919887

Jetzt, gegen Ende Januar, werden zahlreiche Hobbygärtner bereits unruhig. Auch dort, wo gerade ein wenig Schnee liegt, werden bald die ersten Schneeglöckchen ihre Blüten in die länger werdenden Tage recken. Was bedeutet das für uns?

Richtig! Dann fliegen auch die ersten Bestäuber durch die Siedlungen. Hoffentlich! Von Jahr zu Jahr sorgen wir uns, ob sie noch da sind, die Wildbienen, die Käfer, ja, auch die Mücken und Fliegen. Je mehr Arten, desto besser!

Wussten Sie, dass die Hoffnung der Naturschützer vor allem in den Privatgärten liegt? Doch, doch! Damit natürlich auf den Hobbygärtnern, denn auf diese ist Verlass. Gerade in den letzten beiden Jahren hat sich doch ein Großteil dieser Species am liebsten innerhalb der eigenen Zäune verschanzt und dabei jede Menge Zeit und Energie in das eigene Biotop investiert.

Parzelle goes to botanischer Garten! Die bunte Vielfalt aus aller Welt sozusagen. Hauptsache, es blüht – möglichst viel, möglichst bunt, möglichst lang. Welch eine Freude, wenn es dann summt und brummt, die Bienenschwärme auf den üppig duftenden Blütenmeeren herumtänzeln. Mehr Belohnung geht kaum.

Es verwundert nicht, dass es dazu auch hochwissenschaftliche Studien gibt, die solche Beobachtungen bestätigen und damit die engagierten Gärtner in die Pflicht nehmen. “Auf euch kommt es an, also legt euch ins Zeug!”

Die Ergebnisse einer solchen Studie wurden zum Beispiel vor etwa einem Jahr veröffentlicht. Diese stammt aus einem vielleicht noch gärtneraffineren Land als unserem: Britannien. Forscher der “University of Bristol” zählten Blüten in den vier Städten Bristol, Edinburgh, Leeds und Reading. Dann untersuchten sie die Vielfalt und den Nektargehalt, rechneten die Ergebnisse hoch und verglichen diese mit anderen Landschaftstypen.

Was dabei herauskam, verwundert auf den zweiten Blick. Auf landwirtschaftlich genutzten, naturbelassenen und städtischen Flächen finden sich ähnlich viele Blühpflanzen. In den Städten verteilen sie sich allerdings sehr unterschiedlich. Überraschend ist der dortige Anteil des Nektarangebots in den Gärten und Vorgärten: satte 85 %! Noch einmal zum Mitschreiben: 85 % des Nektars in Blüten befindet sich in Privatgärten und nicht außerhalb.

Deshalb verwundert es nicht, dass im “Outback” immer weniger Bestäuber gesichtet werden und in der Folge übrigens auch weniger Vögel. Liegt der Rückgang der Populationen vielleicht gar nicht so sehr an der landwirtschaftlichen Nutzung, sondern an der Landflucht der fliegenden Völker?

Ein weiterer Aspekt bildet die Zusammensetzung der Blühpflanzen. Der überwiegende Teil der Blüten in den Privatgärten wird von nicht heimischen Pflanzen, also von Exoten, gebildet. Es wäre doch möglich, dass wie wir Menschen auch Insekten eine Vorliebe für exotische Geschmacksrichtungen entwickeln.

Wir könnten diese ausführliche Studie natürlich bis ins Detail sezieren, doch wollen wir uns mit der Schlussfolgerung begnügen, dass Privatgärtner eine überragende Bedeutung beim Insektenschutz besitzen. Also, liebe Hobbygärtner: Seid euch eurer Verantwortung bewusst! Lasst es blühen, freut euch an den Insekten ebenso sehr wie an den Blüten. Und, zu guter Letzt: Gebt acht, dass sich niemand in eure Wohnungen verfliegt. Draußen sind sie wichtig. Draußen!

Deshalb: An die Türen und Fenster gehören Muggergitter! Alright?

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