31 Mrz

Die Kleinsten und die Größten

Meganeura monyi, von Alexandre Albore, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=39773733

Auch wenn sie seit Jahren immer weniger werden, gelten Insekten noch immer als heimliche Herrscher unserer Erde. Ihre ungeheure Vielfalt zeigt sich in mehr als 1,2 Millionen Arten. Nachfolgend betrachten wir die kleinsten und die größten Vertreter dieser bevölkerungsreichen Klasse.

Mittlerweile dürfte der Mensch auch den letzten Winkel unseres Planeten erkundet haben. Obwohl Insekten nur auf dem Festland leben, entdecken Forscher jedoch immer wieder neue Lebewesen, vorwiegend in exotischen Regionen. Auch die kleinsten und die größten Vertreter der faszinierenden Sechsbeiner krabbeln weitab von Europa umher.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die kleinste Insektenart entdeckt wurde und womöglich kreuchen noch kleinere Winzlinge durch das Erdreich, in den Rinden großer Bäume oder in Spalten abgelegener Felsentäler. In Kolumbien wurden die aktuellen Rekordhalter lokalisiert. Es handelt sich um Zwergkäfer mit der Artbezeichnung Scydosella musawasensis. Ihre alles andere als stattliche Größe beträgt lediglich etwa 0,3 Millimeter – ausgewachsen! Ihr Lebensraum besteht aus tropischen Baumpilzen, in denen sie ihre Gänge graben und von denen sie sich auch ernähren.

In Fachmedien wird allerdings von noch kleineren Insekten berichtet. Die Männchen der Erzwespenart Dicopomorpha eschmepterigis sind mit 0,04 Millimetern Länge noch wesentlich mickriger, doch besitzen sie weder Mundwerkzeuge, Augen noch Antennen und sind damit nicht selbständig lebensfähig, sondern vielmehr im Endstadium, das nur noch der Fortpflanzung dient.

Im Gegensatz dazu gilt Deinacrida heteracantha, genannt Weta, als größte lebende Insektenart. Die Langfühlerschrecken können bis zu 17 cm lang und 70 Gramm schwer werden. Ihr verbliebener Lebensraum befindet sich auf Little Barrier Island, einer kleinen Insel, die zu Neuseeland gehört. Ursprünglich war sie auch auf den beiden Hauptinseln beheimatet, gilt dort jedoch als ausgestorben.

Es ist nicht so, dass es vor langer Zeit nicht noch wesentlich größere Insektenarten gegeben hätte. Schließlich bevölkern die Kerbtiere unsere Erde bereits seit mehr als 400 Millionen Jahren und damit mehr als 175 Millionen Jahre länger als die Säugetiere. Überall auf unserem Planeten gibt es fossile Nachweise unterschiedlichen Alters und in verschiedensten Formen. Der aktuelle “All Time”-Rekordhalter wurde in Kohleschichten in der Mitte Frankreichs gefunden. Dabei handelt es sich um einen Abdruck der Riesenlibellenart Meganeura monyi mit einer Flügelspannweite von etwa 70 Zentimetern. Das Alter des Fossils wurde auf ca. 300 Millionen Jahre datiert. Es ist im Muséum national d’histoire naturelle in Paris zu bestaunen.

Es gilt als sicher, dass noch zahlreiche weitere Insektenarten auf ihre Entdeckung warten, vielleicht gar neue Rekordhalter. Für die bisher bei uns bekannten Spezies reichen allerdings unsere gängigen Muggergittermodelle aus.

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