14 Okt

Die Spinnen „spinnen“

Große Winkelspinne oder Hausspinne, Tegenaria atrica. Foto: Holger Krisp (Holleday), Wikimedia Commons

Insektenschutz-, Pollenschutz- oder Fliegengitter lauten die gängigen Namen der feinmaschigen „Abwehrkräfte“ an Fenstern und Türen. Diese Titel sind allesamt nicht falsch, allerdings streng genommen unvollständig. Die natürlichen Hindernisse schützen selbstverständlich vor wesentlich mehr Kleintieren. Viele Insekten begeben sich aktuell in den Winterschlaf, ebenso verzichtet Mutter Natur auf Pollenflug. Eine gute Zeit, um auf Insektenschutzgitter zu verzichten? Spinnen & Co. würden sich freuen. Vor ihrem Besuch ist ohnehin kein hundertprozentiger Schutz geboten.

Schnaken gaben schon längere Zeit ihren (Plage-) Geist auf. Hier und da verirrt sich noch eine Biene, die sich allerdings so träge wie ein Mensch nach der Einnahme des fünften Schnitzels verhält. Den nächsten Pollenflug prophezeien Experten frühestens im Februar oder März. Die meisten Vogelarten begaben sich als Zugvögel bereits in ihren langen Auslandsurlaub. Die Luft bekommt zunehmend eine kalte, klare „Konsistenz“. Das sind alles Signale, dass Mutter Natur innerhalb von Wochen ihr Gesicht veränderte. Als Folge befreite sie Menschen auch vor vielen Störfeuern. Wäre da nicht noch unsere achtbeinige Spezies – die Spinnen.

Die für viele Menschen extrem ekligen Gäste nutzen derzeit jede sich bietende Gelegenheit, um im Hausinneren Unterschlupf zu finden. Es gibt zwar auch Spinnenarten, die sich in den kompletten Winterschlaf verabschieden, doch das ist für viele Menschen momentan nur ein schwacher Trost. Durch ein Fliegengitter schaffen es die Plagegeister natürlich nicht, aber sie krabbeln durch kleinste Ritzen in die „gute Stube“. Dort machen sie es sich am liebsten in feuchten Kellern gemütlich.

Wir berichteten unlängst darüber, dass Lavendelöl oder -blüten Kleintiere abhalten. Genau das trifft auch auf Spinnen zu, denn diese riechen derartige Duftstoffe. Aus demselben Grund wirkt eine Essigessenz. Einfach Essig mit Wasser verdünnen und die beliebten Aufenthaltsorte der Kriechtiere einsprühen. Wiederholungen im „Zwei-Tages-Rhythmus“ sind allerdings erforderlich. Es gibt weitere zahlreiche Duftstoffe, die immer zum Ergebnis der Abschreckung von Spinnen dienen sollten: Pfefferminze, Tabak, Zitrone, Eukalyptus oder Kastanien. Im letzten Fall sollte die Nuss gespalten werden, um möglichst viel Aroma freizusetzen. Alle Varianten an den Hausöffnungen anbringen. Dies steigert die Wahrscheinlichkeit, dass Spinnen sogar bei geöffneten Insektenschutzgittern das Weite suchen.

Weitere einfache Hausmittelchen minimieren das Risiko von ungebetenen Gästen. Reinlichkeit wirkt bei allen Plagegeistern Wunder. Insbesondere bei Spinnen macht das Abkleben von Ritzen und engen Spalten Sinn, denn das ist ein beliebter Aufenthaltsort. Natürlich sollten auch durchlässige Stellen auf den Prüfstand gestellt werden. Ältere Türen und Fenster mit porösen Dichtungen reichen den Krabbeltieren als Einladung bereits aus. Sofern diese Stellen abgedichtet sind, dann macht auch ein Spinnenschutz- bzw. Insektenschutzgitter viel Sinn.

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