31 Jan

Ein Winter ohne Schnee und Eis – was blüht uns heuer?

Schneeglöckchen, von Bengt Nyman (Vaxholm, Sweden) - D8E_0159, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49919887

Derzeit häufen sich die Aussagen der Meteorologen, dass wir in diesem “Winter” – außer als Kulisse in den Bayerischen Alpen – keinen Schnee mehr sehen werden. Was bedeutet dies für das Jahr 2020, insbesondere für Insekten? Drohen uns regelrechte Plagen oder gehen die Populationen noch weiter zurück?

In den nächsten Tagen dürfte es wieder heißen: “Das war der wärmste Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.” Bei uns in Ansbach startet der Februar mit Tageshöchsttemperaturen über zehn Grad Celsius. Nicht nur die Kinder sehnen sich nach ein paar Wochen Schnee und Eis. Nein, auch die heimische Fauna und Flora bräuchte dringend “richtiges” Winterwetter, damit das ökologische Gefüge nicht noch weiter aus den Fugen gerät. So langsam dürfte auch der letzte Klimawandelleugner verstummen.

Was die Insektenwelt betrifft, gehen die Befürchtungen in verschiedene Richtungen. Viele Menschen sind der Meinung, dass uns ohne eine strenge Frostperiode die ultimative Mückenplage erwartet. Gleichzeitig hegen sie die Hoffnung, dass sich damit der dramatische Schwund an Singvögeln und Nutzinsekten ins Gegenteil verkehrt.

Vorhersagen in diese Richtung sind nicht so einfach zu treffen. Unsere heimischen Insekten sind an Frost gewöhnt. Selbst die Borkenkäfer in den wärmekranken Fichtenwäldern würden nicht wie erhofft massenweise erfrieren. Andererseits werden sie in milden Wintern umso früher aktiv. Wenn der Frühling allerdings jetzt schon die Pflanzen austreiben und blühen lässt, mag dies zwar das Auge erfreuen, doch ist es verbunden mit einer erhöhten Gefahr von Schäden durch Spätfrost. Dies betrifft auch direkt die Insektenwelt mit der Folge, dass danach möglicherweise notwendige Bestäuber fehlen.

Des einen Leid, des andern Freud: Seit Jahren beobachten Biologen des Vordringen exotischer Tierarten nach Mitteleuropa. Besonders unangenehm fallen dabei die tropischen Stechmücken auf, die zu allem Übel gefährliche Krankheiten übertragen können. Milde Temperaturen wie jetzt erleichtern den Immigranten das Überwintern in unseren Gefilden.

Für den Jahresverlauf bedeutet ein milder Winter nicht zwangsläufig Schlechtes. Aus den Erkenntnissen der letzten Jahre müssen wir allerdings damit rechnen, dass auch die kommenden Monate nicht so werden, wie wir uns das wünschen. Was größtenteils – so auch bei uns in Franken – wegfallen wird, ist wieder einmal die Schneeschmelze. Dies beeinflusst direkt die Natur in den Flusstälern. Ob die Wälder ausreichend Feuchtigkeit erhalten, um sich zu regenieren, bleibt ebenso abzuwarten wie das, was die Sommermonate bieten werden. Von Hitze und anhaltender Trockenheit bis Sturm und häufigen Starkregen reichen die möglichen Extreme. Sicher dürfte sein, dass sich die anhaltenden klimatischen Veränderungen in Wetterturbulenzen äußern werden.

Als Menschen bleibt uns nichts anderes übrig als sich in dem, was kommt, einzurichten. Mehr als zuvor bedeuten die Veränderungen teils enorme Herausforderungen für alle. Insbesondere Land- und Forstwirte, aber auch nahezu jedes Gewerbe werden die Folgen kalkulieren müssen. Die Muggergittermacher tun dies schon aufgrund ihres Kerngeschäfts.

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