23 Aug

Eintagsfliegen-Invasion in der Oberpfalz

Danny Steaven, CC BY 1.0 , via Wikimedia Commons

Jedes Jahr ereignet sich in der Oberpfalz ein unglaubliches Naturspektakel. Die Naab fließt beispielsweise durch Orte wie Schwandorf oder Burglengenfeld. Das Gewässer spielt bei der Fortpflanzung der Kleintiere und damit für ein imposantes Erscheinungsbild eine wichtige Rolle. Wir erklären den Ablauf und die Ursache, warum sich Menschen vor den grundsätzlich ungefährlichen Tieren trotzdem in Acht nehmen sollten.

Um das jährliche Phänomen besser verstehen zu können, unternehmen wir einen kleinen Exkurs in die Fortpflanzungsstrategie der Eintagsfliegen. Sie fliegen mit Vorliebe über Gewässer und berühren es zum Teil. Die Weibchen legen einige ihrer bis zu 9.000 befruchteten Eier dort ab. Diese sinken auf das Flussbett. Die Nachkommen fliegen nach Verlassen des Larvenstadiums vor allem in der Nähe des Gewässers durch die Luft. Dort suchen sie Geschlechtspartnerinnen und der Kreislauf beginnt aufs Neue. Wie der Name „Eintagsfliege“ bereits verrät, stirbt die adulte Fliege schon nach etwa 24 Stunden.

Regionen in der Oberpfalz Nahe des Flusses „Naab“ sind jährlich die Bühne für ein beeindruckendes Naturschauspiel. Unzählige Massen an Eintagsfliegen schwirren gemeinsam durch die Lüfte. Die Bilder muten einer Invasion an und ähneln aus der Entfernung einem „Schneegestöber“. Meist beeindrucken die Kleinstlebewesen die Menschen zur selben Zeit im Jahr und an den identischen Flecken. Erst vor einigen Tagen schafften es die Flugobjekte deshalb wieder in die Hauptnachrichten der bayerischen Radiosender.

Eine direkte Bedrohung geht von den „Insekten-Wolken“ nicht aus, eine indirekte Gefahr allerdings schon. Wie bereits erwähnt sterben die Eintagsfliegen bereits nach wenigen Stunden. Das Naturschauspiel erstreckt sich meist über mehrere Tage. Die Folge sind zentimeterhohe Schichten toter Fliegen auf Fahrbahnen, zumal sich diese Tiere von Straßenbeleuchtungen angezogen fühlen. Hierdurch entsteht eine massive Gefahrenquelle für den Straßenverkehr. Erstens haben die kleinen Lebewesen durch die Berührung mit Wasser oftmals eine feuchte Oberfläche. Zweitens wird es extrem risikoreich, sobald Petrus seine Pforten öffnet. Die rutschige Masse von Eintagsfliegen wird für Fahrzeuge aller Art zum Hochrisikogebiet.

Solange die Straßen nicht von den Tierkadavern befreit sind, hilft nur ein vorausschauender und angemessener Fahrstil. Das bedeutet insbesondere für Zweiradfahrer Drosselung des Tempos sowie möglichst wenig Schräglage in Kurven. Bei Missachtung rutschen die Reifen weg wie auf Schmierseife und das führt zwangsläufig zum Sturz.

Die Einwohner in den betroffenen Gebieten können sich gegen das erhöhte „Eintagsfliegen-Aufkommen“ mit Insektenschutzgittern wirksam schützen. Das eine oder andere Flugobjekt würden sicherlich auch Lichtquellen im Hausinneren anlocken. Mit Fliegenschutzgittern ist der Hausbesitzer aber auf der relativ sicheren Seite – ganzjährig und gegen jede Form von Lebewesen sowie Pollen.

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