30 Mrz

Fledermäuse – Verbündete bei der Mückenjagd

Fledermauskasten; Foto: privat

Ein Tipp für eine hilfreiche Nachbarschaft: Die einheimischen Arten der nachtaktiven Flattertiere sind emsige Mückenfresser und erhöhen damit die sommerliche Lebensqualität der Menschen im Freien.

Artenschutz hin oder her – sicherlich würden sich die wenigsten Menschen über ein Aussterben von Blutsaugern wie Zecken oder Stechmücken beschweren. Wobei letztere zumindest als Nahrung für bestimmte Vogelarten eine nicht unwichtige Rolle in der Nahrungskette einnehmen.

Derzeit sieht es nicht danach aus, dass die surrenden Schlafräuber zur Neige gingen, im Gegenteil: Mit dem Klimawandel müssen wir mit der Invasion tropischer Arten nach Mitteleuropa rechnen. Zu unserem Leidwesen reisen im Gepäck gefährliche Krankheitserreger mit. Dies ist eines der Hauptargumente für den Einbau von Insektenschutzgittern an Fenstern und Türen.

Wenn die Wohnung versorgt ist, kommt die häusliche Umgebung dran. Die gezielte Ansiedlung bestimmter Pflanzen oder das Aufstellen von speziellen Duftspendern soll Mücken auf Distanz halten, doch oftmals ist dies gar nicht möglich. Gerade in der Nähe von Feuchtgebieten oder Wäldern finden Mücken so gute Vermehrungsgrundlagen, dass die ausschwärmenden Blutsaugerinnen – gierig danach sind ja nur die Weibchen – in ihrem Durst von Walnussbäumen und Citronella-Kerzen kaum aufzuhalten sind.

Für die ungestörten lauen Sommerabende auf dem Balkon oder der Terrasse bieten sich allerdings lautlose Abfangjäger als Verbündete an: Fledermäuse. Die kleinen Flattertiere benötigen täglich 20 bis 50 % ihres Körpergewichts als Nahrung. Je nach Art entspricht dies weit mehr als 1.000 Mücken pro Nacht.

Die fliegenden Säugetiere haben aktuell mit einem Imageverlust zu kämpfen, denn das leidige Coronavirus – gegen das leider auch keine Muggergitter helfen – geht vermutlich auf Virenstämme zurück, die von Fledermäusen übertragen werden. Laut sicherer wissenschaftlicher Erkenntnis sind allerdings europäische Fledermausarten daran unschuldig und die Übertragung deren Viren auf Menschen nicht möglich. Also: keine Angst vor Fledermäusen!

Wenn es ab einbrechender Dunkelheit über unseren Köpfen im Zickzack flattert, dürfen wir also entspannt den Abend genießen, denn die Mückenfänger sind unterwegs. Falls nicht, liegt dies vielleicht an mangelnden Unterschlupfmöglichkeiten tagsüber, denn bekanntlich sind Fledermäuse äußerst lichtscheu. Deshalb überbrücken sie die Sonnenstunden ganz vampirlike in Höhlen, hohlen Bäumen oder in ungenutzten Gebäudewinkeln. Hauptsache ungestört und stockdunkel!

Was macht der Mensch, wenn ihm eine Behausung fehlt? Richtig: Er baut! Fledermäuse sind da anders. Sie suchen, bis sie etwas Geeignetes finden oder bleiben eben weg. Wer also Mückenfänger bei sich haben will, muss für die Unterkunft sorgen. Dies ist nicht aufwändig. Ab etwa 13 € pro Stück gibt es fertige Fledermauskästen im Baumarkt oder in Onlineshops (z.B. beim NABU) zu kaufen.

Alternativ sind sie auch schnell selbst gebastelt. Kinderleichte Bauanleitungen sind unschwer zu finden. Zu beachten sind allerdings Material und Abmessungen. Am besten eignen sich Holz und Holzbeton und man muss darauf achten, dass keine Feuchtigkeit eindringen kann. Vor der Wahl der Spaltbreite zum Eintritt in den Kasten sollte der/die BastlerIn wissen, welche Fledermausart einziehen soll. Lokal vorkommende Arten lassen sich bei offiziellen Stellen für den Fledermausschutz oder bei regionalen Naturschutzvereinen erfragen.

Bei der Gelegenheit lohnt es sich, auch die optimalen Standorte für die Fledermauskästen zu finden. Ob am Haus, an einem Baum oder sonstwo – wichtig ist, dass die Tiere ihre Ruhe haben und dort sicher vor ihren Feinden sind. Schließlich suchen sie nicht nur eine Schlafgelegenheit, sondern auch einen idealen Platz zum Nestbau.

Folgendes sollten “Fledermauskastenvermieter” allerdings noch beachten: Es ist äußerst kontraproduktiv, wenn man die Öffnungen des Fledermauskastens mit Fliegengittern ausstattet. Ebenfalls keine gute Idee ist das Halten einer Fledermaus in der Wohnung als Indoor-Mückenfänger. Die Muggergitter also besser hier verwenden!

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