07 Nov

Floskeln aus dem Insektenbereich

Butterfly sitting on grass stem. Summer in Europe.

Floskeln und Sprichwörter aus der Insektenwelt sind nahezu unerschöpflich. Dies dokumentiert, dass sich der Mensch schon lange Zeit mit diesem Bereich der Tierwelt befasst. Kein Wunder, haben beide Spezies doch immer wieder Berührungspunkte – aus Sicht des Menschen mit guten und schlechten Auswirkungen. Die Bestäubungsleistung ist für uns existentiell, gegen die Störenfriede im Haus helfen nur Insektenschutzgitter wirksam. Nun aber zu den „Mensch gewordenen“ Floskeln aus der Insektenwelt.

Kürzlich veröffentlichten wir den Artikel „Puppenstube Garten“. Larven verwandeln sich mittels Metamorphose zu geschlechtsreifen Tieren. Zweifelsohne ein Wunder der Natur und deshalb kein Wunder, dass der Mensch daraus gleich zwei Floskeln ableitete. „Jemand wurde als etwas entlarvt“ bedeutet nichts anderes als hinter ein Geheimnis kommen, welches nicht ans Tageslicht kommen sollte. Damit ist diese Redewendung eher negativ behaftet. „Sich als etwas entpuppen“ stammt aus demselben Mutationsprozess, ist allerdings universeller einsetzbar. Die Neuigkeit kann sowohl eine positive als auch negative Überraschung beinhalten.

Die Verpuppung erfolgt bei zahlreichen Tiergattungen, allerdings bei keiner mit derart spektakulären Resultaten wie bei bunt gemusterten Schmetterlingen. Und schon haben wir eine Steilvorlage für die nächste Redewendung: „Schmetterlinge im Bauch haben“. Wer kennt dieses Gefühl nicht? Bei Verliebtsein ein flaues Grummeln in der Magengegend. Damit ist der Vergleich, dass Schmetterlinge im Bauchraum umherschwirrend ihr Unwesen treiben, sicherlich nachvollziehbar. Doch wer war der Pionier für diesen Gedanken? Die amerikanische Schriftstellerin Florence Converse (1871-1967) schrieb in ihrem Buch „House of Prayer“ das erste Mal „butterflies in stomach“ nieder. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist es auch in Deutschland eine gängige Redewendung. Sofern Sie lieber eine vergleichbare, aber insektenfreie Redewendung verwenden wollen, dann nehmen Sie einfach „auf Wolke 7 schweben“. An diesem Ort dürften sich kaum Tiere aufhalten.

Ähnlich bewegungsaktiv wie Schmetterlinge sind Flöhe. Die wendigen Kleintiere sind kaum zu fassen. Aus diesem Grund gaben sie einem Abt im 16. Jahrhundert die Steilvorlage für eine passende Redewendung. „Es ist einfacher, einen Sack voll Flöhe zu hüten (Original war es noch eine Wanne)“ bedeutet heute noch so viel wie ein unmögliches Unterfangen. „Hier geht es zu wie im Flohzirkus“ war eine weitere Variante des Originals. Falls Sie auch hier auf die Floskeln mit Insekten verzichten wollen, hätten wir eine themenverwandte Alternative aus Rumänien. Die Osteuropäer sagen zu unmöglichen Aufgaben, dass es einfacher wäre, einen Busch voller Hasen zu beaufsichtigen.

Insekten spielen in unserem Sprachgebrauch eine große Rolle. Auf Redewendungen zu verzichten, ist allerdings relativ einfach. Schwieriger stellt sich die Situation in der Natur dar. Hier können wir den Kleintieren kaum aus dem Weg gehen. Mit unseren Fliegengittern erreichen Sie jedoch höchsten Schutz in den eigenen vier Wänden.

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